Der Freitag bei Rock am Ring 26: ein geschichtsträchtiger Auftakt
Der erste Tag von Rock am Ring 26 entpuppte sich, wie erwartet, als einer der stärksten überhaupt. Schon letztes Jahr, als Linkin Park als erster Headliner angekündigt wurde, war allen klar, dass 2026 ausverkauft sein würde und man sich zügig um Tickets kümmern sollte.
Die Vorfreude war trotz der Skepsis gegenüber der weiblichen Neubesetzung überragend. Über das Line-up, das danach angekündigt wurde, wird man seinen Enkeln noch erzählen können. Volbeat, Limp Bizkit und Iron Maiden sprechen für sich. So viele Rockgrößen auf einem Fleck zu haben, ist eine bemerkenswerte Seltenheit. Die Tickets waren innerhalb kürzester Zeit vollständig ausverkauft.
Regen, Sonne und Pimmelwitz-Rap
Bereits am Freitag war die Stimmung unter den Besuchern ausgelassen und positiv. Wie zu erwarten, strahlt die Infrastruktur des Nürburgrings, was Rock am Ring 26 auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich macht. Selbst das Wetter war zumindest nachmittags und am Abend trocken und streckenweise sonnig, was die Gemüter auf dem Infield spürbar motivierte.
Andere Highlights des Freitags waren Mehnersmoos, die mit ihrem selbstironischen Rap die Partybaseline vorlegten, sowie Magnolia Park, TX2, Don Broco und The Hives. Magnolia Park überzeugt mit frischem Metalcore, der sehr an Bring Me the Horizon erinnert. Die Frankfurter Pimmelwitz-Rapper eröffneten Rock am Ring 26, füllten die Mainstage bis unters Dach und rissen dann das ganze Haus ein.
Besonderes Augenmerk ist auf TX2 und Don Broco zu legen, die beide bereits internationale Erfolge verzeichnen, aber nicht aufhören zu wachsen. Mit gutem Recht, denn beide Bands mischen den Mainstream mit ungewohnt neuem Sound auf.
Für viele ungewohnt neu klang Linkin Park mit Emily Armstrong am Gesang. Nach zwölf Jahren kehren die Götter des Nu Metal zu Rock am Ring 26 zurück und bringen eine Show mit, die in Erinnerung bleiben wird. Die Fußstapfen, in die die Sängerin tritt, sind übermenschlich groß, und doch bekommt sie es hin, den klassischen Linkin-Park-Ton zu treffen und zeitgleich ihren eigenen Akzent zu setzen.
Man merkt, dass sie während der Show einen Augenblick braucht, um warm zu werden, aber wenn sie dann erst einmal warm ist, räumt sie gesangstechnisch richtig ab. Die Menge gibt sich sehr unterstützend, singt in den richtigen Momenten mit und stimmt in kurzen Pausen „Emily, Emily!“-Gesänge an. Glücklicherweise spielte auch der Timetable so mit, dass es möglich war, Limp Bizkit direkt im Anschluss zu sehen, wenn man nicht gerade mitten in der Menschenmasse vor der Mainstage feststeckte.
Wer Karaoke und 90s-Crossover beziehungsweise Nu Metal mag, hat bei Limp Bizkit dieses Jahr im Lotto gewonnen. Fred Durst ist zwar mittlerweile im mittleren Alter angekommen, seine Performance aber überhaupt nicht. Völlig unaufgeregt zerlegt er mit DJ Lethal und dem Rest der Band die Mandora Stage, ohne sich anmerken zu lassen, dass er Mitte 50 ist. Selbst wenn man nicht textsicher ist, ist einem durch die auf die Bühne projizierten Texte geholfen.




