Babymetal in Hannover 2026 — das japanische Trio hat am 16. Juni in der ausverkauften Swiss Life Hall 14 Songs in 80 Minuten gespielt, und die Halle hat jeden einzelnen davon frenetisch gefeiert. Ein Publikum, das japanische Texte auswendig mitsang, Pyrotechnik, die unter die Hallendecke loderte, und eine Energie, die bis zum letzten Song nicht nachließ: Das war die einzige deutsche Headlineshow des Jahres.
Hannover war 2026 der eine Termin in Deutschland, der sich von allen anderen unterschied. Rock am Ring, Rock im Park und das Impericon Festival später im Sommer boten jeweils einen begrenzten Slot auf Festivalgelände. Die Swiss Life Hall dagegen: ausverkauft, 80 Minuten Programm ohne Abstriche, eine Produktion, die im geschlossenen Hallenrahmen ihre vollständige Wirkung entfaltet. Einlass war um 18:30 Uhr.
PRESIDENT: Maskierte Opener aus Großbritannien
PRESIDENT eröffneten um 19:30 Uhr. Die britische Band existiert seit 2025 ohne öffentliche Identität — alle vier Mitglieder treten ausnahmslos maskiert auf, kein Name, kein Gesicht. Musikalisch bewegt sich das Debüt „King of Terrors” zwischen schwerem Gitarrenriff, elektronischen Rhythmusprogrammen und wechselnden Gesangsansätzen — scharf, roh, dunkel. Live wirkt das kantiger als auf Platte.
Als Eröffnung für den Abend passte PRESIDENT: Sie setzten einen dunklen Ton, ohne dem Headliner in irgendeiner Weise vorwegzugreifen. Wer die Band an diesem Abend zum ersten Mal sah, hatte nach ihrem Set einen guten Grund, sie im Blick zu behalten.
Das Intro, die Kami Band, BABYMETAL DEATH
Um 20:45 Uhr verdunkelte sich die Swiss Life Hall. Das Intro lief — eine filmische Sequenz mit Erzählerstimme, die das mythologische Konzept der Band in komprimierter Form voranstellt und jede BABYMETAL-Show seit Jahren eröffnet. Danach betrat die Kami Band die Bühne und eröffnete mit einem eigenständigen Instrumental.
Erst dann kamen SU-METAL, MOAMETAL und MOMOMETAL — der Empfang in der ausverkauften Halle war entsprechend. „BABYMETAL DEATH” startete unmittelbar, und der Song von 2014 tat das, was er seit zwölf Jahren tut: Er kalibriert die Energie im Raum neu, sofort und ohne Anlauf.
Fünf Kollaborationen, null Gaststars — und kein Song, der das vermissen ließ
„Metal Forth” (2025) ist das Album, auf dem BABYMETAL mit Poppy, Spiritbox, Electric Callboy, Slaughter to Prevail und Tom Morello gearbeitet haben. Keiner dieser Partner stand am 16. Juni auf der Bühne. Fünf der 14 Songs des Abends stammen aus diesen Kollaborationen — und alle fünf standen eigenständig. „from me to u” lebt von SU-METALs Stimme, die den Track trägt, ohne dass Poppys Part vermisst wird. „Song 3” klingt im Zusammenspiel mit der Kami Band live drückender als auf Platte, der Deathcore-Anteil von Slaughter to Prevail sitzt fest im Arrangement. „My Queen” — die Spiritbox-Kollaboration — war die schwerste Nummer des ersten Setdrittels, dunkel und direkt.
Dass BABYMETAL in Hannover auf „Kon! Kon!” verzichteten — das Bloodywood-Stück, das beim Headlinekonzert in Kufstein eine Woche zuvor noch mit der Band aus Neu-Delhi live gespielt worden war —, war eine klare Entscheidung: ohne Bloodywood kein „Kon! Kon!”, dafür „My Queen”. Das ist Konsequenz.
Babymetal in Hannover 2026: Die Kami Band, METALI!! und Feuer
Vor „METALI!!” traten die Kami-Band-Soli in den Vordergrund. Diese Minuten gehören zu dem, was ein Headlineformat ermöglicht und ein Festivalslot nicht bietet: Die vier Instrumentalisten, die den Rest des Abends als Fundament hinter dem Trio arbeiten, nahmen die Bühne ein. Ihr technisches Niveau wurde hier vollständig sichtbar.
„METALI!!” startete danach — das Stück trägt Tom Morellos Gitarrenarbeit im Kern und klang an diesem Abend entsprechend stark. „KxAxWxAxIxI” und „Sunset Kiss” schlossen sich an — zwei ruhigere Metal-Forth-Stücke, die im Hallenformat die Zeit haben, die sie brauchen. Dazu zündeten an den Seiten der Bühne reale Pyroeffekte und schossen Richtung Hallendecke, während die LED-Leinwand im Hintergrund Feuerbilder einblendete. Die Swiss Life Hall eskalierte.
Mitgesang auf Japanisch — lückenlos, Song für Song
Was sich durch den gesamten Abend zog: Das Publikum sang mit — auf Japanisch, durchgehend, ohne Lücke. „Monochrome” aus „THE OTHER ONE” (2023) brachte einen ruhigeren Abschnitt, aber keinen Moment, in dem der Saal abfiel. „Distortion” und „PA PA YA!!” aus „Metal Galaxy” (2019) setzten im ersten Setdrittel Tempo. Das Programm hatte eine Struktur, und das Publikum folgte ihr. Eine ausverkaufte Halle, die japanische Texte auf Zuruf mitliefert und dabei bis zum letzten Takt dabei bleibt: Das war in der Swiss Life Hall an diesem Abend die Realität.
RATATATA, Gimme Chocolate, Zugabe
„RATATATA” — die Electric-Callboy-Kollaboration von 2024 — war der Scheitelpunkt des Abends. Der Track verbindet Choreografie und Beat auf eine Art, die im Hallenkontext unmittelbar zieht. Die Swiss Life Hall reagierte. „Gimme Chocolate!!” folgte und brachte den lautesten kollektiven Mitgesang des Abends — ein Song von 2014, der nach zwölf Jahren keinerlei Abnutzungserscheinungen zeigt.
Zugabe: „Headbangeeeeerrrrr!!!!!” und „Road of Resistance”. Letzteren spielen BABYMETAL seit 2014 als Abschluss jeder Show, und in Hannover war um 22:05 Uhr zu hören, warum: Das Stück trägt eine volle Halle nach 80 Minuten noch einmal hoch.
MOMOMETAL — seit 2023 offizielles Mitglied und auf „Metal Forth” erstmals vollständig als Teil der Formation vertreten — agierte in der Swiss Life Hall mit derselben Präsenz wie SU-METAL und MOAMETAL. Das Trio ist auf diesem Tourstand eine Einheit. Babymetal in Hannover 2026 war der Beleg: 80 Minuten, ein Saal, der die Band frenetisch von Anfang bis Ende feierte, und ein Programm, das den Weg in die Swiss Life Hall für jeden gerechtfertigt hat, der ihn auf sich genommen hatte.





- Hinweis in eigener Sache: Wir hätten Euch an dieser Stelle gerne eine umfangreichere Fotostrecke präsentiert. Das Management der Band hat jedoch die Freigabe auf maximal fünf Bilder pro Show/Medium begrenzt – dies gilt leider auch für unsere eingereichten 24 Fotos. Wir bitten um Verständnis für diese Vorgabe.



