Johannes Oerding in Hamburg: Größtes Heimspiel mit Special Guests und Maffay-News

Johannes Oerding in Hamburg, das war am Samstagabend mehr als nur ein weiteres Tourdatum. Vor 45.000 Fans spielte der Songwriter im Volksparkstadion die größte Bühnenshow, die er bislang gegeben hat, und über drei Stunden lang merkte man jeder Minute an, wie viel ihm dieser Abend bedeutete. 

Der Auftritt von Johannes Oerding in Hamburg markierte damit ein weiteres Kapitel in der langjährigen Beziehung des Musikers zu seiner Wahlheimatstadt.

Johannes Oerding in Hamburg: Ein Traum wird Wirklichkeit

Hamburg ist für Oerding schon längst mehr als nur eine Tourstation. Über die Jahre hat er sich vom kleinen Club bis zur großen Halle hochgespielt: Markthalle, Mojo Club, Knust und Prinzenbar waren ebenso ausverkauft wie Barclays Arena, Stadtpark, Sporthalle und Grosse Freiheit 36. Mit dem Volksparkstadion erreichte ein Auftritt von Johannes Oerding in Hamburg nun die nächste Größenordnung, ein echtes Heimspiel in Norddeutschlands größter Arena.

Vorausgegangen war eine intensive Phase: Sein achtes Hotel stieg direkt auf Platz eins der Charts ein. Einige Fans durften die neuen Lieder vorab bei der NDR2-Reihe stars@ndr2 in Hannover hören, bevor die seine Arena Tour starte, die in einige ausgewählte Open Air Shows und das Heimspiel in Hamburg einbog, bevor im September dann das nächste Highlight mit der Big Band Show in der Barclays Arena Hamburg ansteht.

Schon bevor Oerding die Bühne betrat, war die Stimmung im ausverkauften Stadion gewaltig. Das Bo und Stefanie Heinzmann hatten als Vorgruppen bereits ordentlich vorgeheizt, bei sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad stimmte das Stadionpublikum während der Pausenmusik lautstark in Griechischer Wein und Wonderwall ein, lange bevor überhaupt ein Ton von der Bühne kam.

So viel Mitsingenergie vor dem ersten eigenen Ton zeigte, wie sehr sich die Fans auf Johannes Oerding in Hamburg gefreut hatten. Heinzmann hatte einst im Vorprogramm von Johannes Oerding begonnen, nun stand sie selbst als Support auf der großen Bühne, bevor sie später für ein gemeinsames Duett zurückkehrte.

Drei Stunden Stadionshow: So begann der Abend

Mit der Kurzversion von An guten Tagen aus der Konserve startete die Show, dann betrat Oerding mit Akustikgitarre die vorgelagerte kleine Bühne und sang die Zeile, die den Abend prägen sollte: Hier gehör ich hin. Direkt im Anschluss setzte die Band ein, Pyrotechnik und Lichteffekte unterstrichen den Moment, und der dreistündige Konzertabend nahm Fahrt auf.

Die Verbindung zwischen Oerding und seinem Publikum war von der ersten Sekunde an spürbar. Der Musiker sprach offen darüber, wie lange er sich dieses Heimspiel im Volksparkstadion vorgestellt hatte, und bedankte sich mehrfach bei seinen Fans dafür, dass sie gekommen waren. Genau diese Offenheit machte den Unterschied: Oerding wirkte trotz 45.000 Menschen im Rücken nicht wie ein abgehobener Stadionstar, sondern wie ein Kumpel, der zufällig auf einer riesigen Bühne steht. Keine Starallüren, keine Distanz, dafür echte Freude über jeden einzelnen Gast im Stadion. Genau dieser direkte Auftritt von Johannes Oerding in Hamburg sorgte dafür, dass sich auch die hinterste Stadionreihe nah am Geschehen fühlte.

Diese Begeisterung übertrug sich unmittelbar auf das Publikum. Selbst im teilbestuhlten Innenraum blieb kaum jemand sitzen, von der ersten bis zur letzten Minute stand die Menge mit. Man merkte Oerding wirklich an, dass dieser besondere Auftritt für ihn keine Selbstverständlichkeit war, sondern ein Karrieremoment, auf den er jahrelang hingearbeitet hatte.

Genau diese Mischung aus Dankbarkeit und Bodenständigkeit prägte den gesamten Abend von Johannes Oerding in Hamburg, trotz Stadiongröße wirkte er nahbar wie bei einem kleinen Clubkonzert.

Zum Vergleich: Beim ersten großen Heimspiel des Musikers, im niederrheinischen Kapellen, hatten 14.000 Fans ein 210-minütiges Konzert mit zahlreichen Gästen erlebt. Mit dem Auftritt von Johannes Oerding in Hamburg übertraf er das noch einmal deutlich, mehr Publikum, mehr Gäste, mehr Spielzeit.

Singalongs, Special Guests und ein Gitarrensolo

Die Songauswahl zielte klar auf Mitmachen ab, mit Hymnen zum Mitsingen und Balladen zum Innehalten. Bei Kreise kam Max Giesinger unangekündigt dazu, gemeinsam sangen sie auch Wimpernschlag und scherzten zwischendurch übers Älterwerden. Hotel gab es in einer ruhigen Version mit drei akustischen Gitarren, passend zum Sonnenuntergang über dem Stadion.

Auch die Band selbst bekam ihren Moment: Gitarrist Moritz Stahl spielte ein Solo, man sah Oerding dabei an, wie eng das Verhältnis zu seinen Musikern ist. Mit Hundert Leben widmete sich Oerding der Freundschaft, bevor die Künstlerin Deine Cousine für einen punkigen Ausbruch sorgte und Oerding kurz seine rotzige Seite herauskehrte.

Clueso, Wincent Weiss und Nico Santos auf der Bühne

Bei der Bandvorstellung verriet Oerding seine musikalischen Wurzeln, Looking For Freedom sei sein erster Lieblingssong gewesen, weniger gern gestehe er seine Vorliebe für Flugsand von Clueso. Wenig später stand Clueso tatsächlich neben ihm auf der Bühne, das Duo hatte den Song erst wenige Wochen zuvor schon bei einem Clueso-Auftritt in der Barclays Arena zusammen performt.

Oerding nutzte die Gelegenheit, mehrfach durch die ersten Reihen zu laufen. Einer Gruppe von Fans sang er Hier mit dir von Wincent Weiss direkt vor, kurz darauf stand der Songwriter selbst neben ihm und sang mit. Bei Hamburger Regen liefen passend Regenschlieren über die Videowände, während Nico Santos im Trikot der deutschen Nationalmannschaft für Play With Fire dazukam. Mit Hymnen wie Alles brennt wirkte das Stadion zeitweise größer als das Leben.

Leise Töne zwischen den großen Hymnen

Nicht jeder Moment des Abends war auf Lautstärke ausgelegt. Schnee von gestern erinnerte mit seinem Sound an amerikanische Stadionrock-Vorbilder, während Eins-zu-eins-Gespräch als persönliche Liebeserklärung an Oerdings Vater für Stille im Stadion sorgte. Sichtlich bewegt bedankte sich der Musiker bei seinem Publikum dafür, auch diese ruhigen Augenblicke mitzutragen.

Auch Michael Patrick Kelly trat auf, bei Wolken sang er gemeinsam mit Oerding einen der zurückhaltenderen Songs des Abends. Die Mischung aus großen Hymnen und leisen Tönen war es, die den Abend über drei Stunden tragen konnte, ohne dass Längen entstanden.

Johannes Oerding in Hamburg: Maffay kündigt Zukunft an

Einer der größten Überraschungsmomente des Abends gehörte Peter Maffay. Gemeinsam sangen die beiden Eiszeit, bevor Maffay live verkündete, dass er mit Oerding ein komplettes Country-Album mit dem Titel Nashville aufgenommen hat, das im Oktober erscheinen soll.

Als Kostprobe spielten sie Ein Leben lang, das im Stadion gut ankam. Was zwischen den beiden auf der Bühne passiert, ist mehr als eine lockere Männerfreundschaft. Maffay und Oerding wachsen musikalisch sichtbar aneinander, beiden ist die Spielfreude anzumerken, wenn sie gemeinsam auftreten. Oerding schaut zu Maffay auf, das liegt nahe, doch auch der erfahrenere Maffay zeigt an Oerdings Seite eine Energie, die selten so deutlich zu sehen ist. Genau diese Chemie macht neugierig auf das Nashville-Projekt, im Studio wie live auf der Bühne. 

Ob am Ende eher Oerding nach Maffay klingt oder umgekehrt, spielt dabei keine Rolle, beide sind Vollblutmusiker, für die die Bühne mehr ist als nur ein Job, das war beim Auftritt von Johannes Oerding in Hamburg keine Sekunde zu übersehen.

Wie groß das gemeinsame Projekt angelegt ist, zeigt sich an der dazugehörigen Tournee. Unter dem Titel Nashville Live 2027 gehen Maffay und Oerding im April und Mai 2027 gemeinsam auf große Hallentour, mit Stationen unter anderem in Oberhausen, Berlin, Dortmund, München, Köln, Frankfurt, Hannover, Leipzig und Stuttgart. Auch Hamburg ist dabei: Am 18. April 2027 treffen Maffay und Oerding wieder aufeinander, dann für ein weiteres Heimspiel von Johannes Oerding in Hamburg, diesmal in der Halle statt im Stadion. 

Wer das Stadionkonzert verpasst hat, bekommt damit 2027 eine weitere Gelegenheit, Johannes Oerding in Hamburg live zu erleben.

Drei Stunden, ein Gefühl

Zum Ende der Show, zu seinem erfolgreichsten Song An guten Tagen, ließ Oerding noch einmal alle Register los, inklusive Pyrotechnik. 

Die Zugaben beschloss den Abend mit leuchtenden Luftballons über dem Innenraum.

Am Ende blieb der Eindruck eines Künstlers, der seinen bislang größten Auftritt nicht als Selbstverständlichkeit nahm. 

Oerding bedankte sich ausdrücklich dafür, dass die Fans trotz eines parallel im Fernsehen laufenden Spiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gekommen waren. Einen Seitenhieb auf das Ergebnis ließ er sich dabei nicht nehmen. 

Gefeiert wurde im ausverkauften Volksparkstadion trotzdem ungebremst weiter. Genau diese Bodenständigkeit, gepaart mit einer Setlist voller Gäste und Hits, machte den Auftritt von Johannes Oerding in Hamburg zu einem der prägendsten Konzerte, die diese Stadt in diesem Sommer gesehen hat.

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