Marillion Live in Hannover mit starker Sommershow

Marillion Live in Hannover

Marillion live in Hannover, das bedeutet an diesem Samstagabend mehr als Stunden Progressive Rock ohne Vorprogramm und ohne Umwege. Am 11. Juli 2026 macht die Tour Live 2026 auf der Gilde Parkbühne Station, der sechsten von acht Deutschlandshows in diesem Sommer. Für die Briten ist es die erste große Sommertour durch die Bundesrepublik seit mehr als zehn Jahren.

Die Eckdaten dieser Band verdienen Respekt: 47 Jahre Geschichte, 20 Studioalben und seit 1989 eine unveränderte Besetzung. Steve Hogarth singt, Steve Rothery spielt Gitarre, Mark Kelly steht an den Keyboards, Pete Trewavas am Bass, Ian Mosley sitzt am Schlagzeug. Zuletzt erschien 2024 das Livealbum An Hour Before It’s Dark: Live in Port Zelande 2023, jetzt folgt der Sommer unter freiem Himmel.

Eine Vorband steht nicht auf dem Plan, Marillion bestreiten den Abend komplett allein. Mark Kelly rückt sich vor dem ersten Ton in aller Ruhe die Ohrstöpsel zurecht, dann geht es los. Wer Marillion live in Hannover erlebt, merkt sofort, dass diese Band kein Aufwärmprogramm braucht. Sie beginnt einfach zu erzählen.

Marillion Live in Hannover mit starkem Steve Hogarth

Marillion Live in Hannover

Steve Hogarth trägt zum Auftakt eine Sonnenbrille. Nach dem ersten Stück verschwindet sie, der Sänger bedankt sich beim Publikum, und von diesem Moment an begleitet der Applaus Marillion live in Hannover ohne Unterbrechung durch die kompletten zweieinhalb Stunden. Ein besseres Zeichen für die Verbindung zwischen Bühne und Wiese gibt es kaum.

Hogarths Stimme klingt glasklar, auch im 37. Jahr mit dieser Band. Immer wieder zeichnet er mit dem Zeigefinger unsichtbare Linien in den Abendhimmel, als wolle er die Musik nebenbei dirigieren. Seine Texte kreisen um Leben, Tod und die Frage, was dazwischen wirklich zählt.

Steve Rothery setzt die deutlichsten Ausrufezeichen des Abends. Seine Soli dürfen wachsen und ausufern, jeder Ton bekommt Gewicht, nichts wirkt gehetzt. Ganz nebenbei zeigt der Gitarrist, warum die Stratocaster seit 1954 als Maßstab gilt.

Es sind diese langen Spannungsbögen, die sich in einem einzigen Gitarrenton entladen, die den Abend tragen. Der Prog der frühen Siebziger lebt in diesem Spiel weiter und klingt dabei kein bisschen verstaubt. Genau für solche Passagen lohnt sich Marillion live in Hannover.

Dazu kommen die breiten Klangflächen, die den Sound der Band seit Jahrzehnten ausmachen. Auch auf der Gilde Parkbühne füllen sie den Raum zwischen den Melodien und geben den Songs ihre Weite. Marillion denken hörbar in ganzen Alben und langen Bögen, das Konzeptalbum bleibt die natürliche Form dieser Musik.

Mit Ribbons and Lace stellen Marillion einen noch unveröffentlichten Song vor, der zu den spannendsten Momenten des Abends gehört. Das Stück stammt vom kommenden Studioalbum, das für das Frühjahr 2027 angekündigt ist. Neues Material auf diesem Niveau nach fast fünf Jahrzehnten, das schaffen nur wenige.

Kayleigh fehlt dagegen im Programm. Den größten Charterfolg ihrer Laufbahn lassen die Musiker aus, und genau darin liegt die Stärke dieser Band, denn Marillion live in Hannover trägt auch ohne den Hit von 1985. Mit Afraid of Sunlight holt das Quintett stattdessen einen Titel aus dem Jahr 1995 ins Set und belegt damit die Tiefe des eigenen Katalogs.

Ein Blick über die gut besuchte Wiese zeigt, wen diese Musik erreicht. Viele im Publikum tragen Marillion-Shirts aus früheren Jahren, dazwischen tauchen vereinzelt Wacken-Motive auf. Die Älteren filmen quer, der Nachwuchs hält das Handy hochkant, und beide meinen dieselbe Band.

Marillion live in Hannover ist damit auch ein Treffen der Generationen. Kaum jemand tanzt, viele wiegen sich leise im Takt, die meisten hören konzentriert zu. Diese Musik belohnt Aufmerksamkeit, und das Publikum in Hannover bringt sie gerne auf.

Wer nach den Wurzeln dieser Klangsprache sucht, landet beim Genesis der frühen Siebziger. Marillion führen diese Schule mit eigener Handschrift fort, und der neue Song zeigt, dass die Geschichte weitergeht. Genau diese Mischung aus Tradition und Gegenwart macht den Reiz des Abends aus.

Nach mehr als zwei Stunden endet ein Konzert, das ganz auf die Musik vertraut und genau damit überzeugt. Fünf Musiker in blendender Verfassung, ein Katalog mit Tiefe und ein Publikum, das zuhören kann. Mehr braucht es an diesem Samstag nicht.

Marillion live in Hannover zeigt eine Band, die ihren Weg kennt und ihn verlässlich weitergeht. Wer Rockmusik mit Raum, Geduld und Atmosphäre schätzt, sollte sich die nächsten Stationen vormerken. Die Tour Live 2026 läuft weiter, am 14. Juli im Tempodrom in Berlin und am 15. Juli im Haus Auensee in Leipzig. Tickets gibt es unter www.eventim.de.



Marillion auf "Live Tour 2026" in der Gilde Parkbühne Hannover am 11.07.2026

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