Counting Crows in Hannover: Am 5. Juli 2026 spielte die Band vor 1.200 Fans in der Gilde Parkbühne, den vorletzten Termin ihrer Complete Sweets Tour durch Deutschland. Zwischen dem Auftritt des Supports und dem eigentlichen Beginn der Hauptband ging ein kräftiger Regenschauer über der Venue nieder. Veranstalter Hannover Concerts hatte gut vorgesorgt und öffnete die Türen zum Foyer der benachbarten SwissLife Hall, sodass alle Besucher trockenen Unterschlupf fanden.
Pünktlich zu den ersten Tönen der Band hörte der Regen vollständig auf. Das restliche Konzert fand bei trockenem Wetter statt, was der Stimmung im Publikum sichtlich zugutekam.
Counting Crows in Hannover
Eröffnet wurde der Abend mit „Spaceman in Tulsa“ vom aktuellen Album, bevor die Band mit „Richard Manuel Is Dead“ und dem bekannten „Mr. Jones“ ins Hauptprogramm überging. Es folgten „Virginia Through the Rain“ und „Omaha“, zwei Songs aus unterschiedlichen Phasen der Bandgeschichte, direkt nebeneinander platziert.
Mit „Accidentally in Love“ hatte das Publikum früh im Set Gelegenheit, den größten Chart-Erfolg der Band mitzusingen. Danach ging es weiter mit „With Love, From A-Z“ und „Hard Candy“, bevor „Colorblind“ eine ruhigere Passage im Programm markierte.
Nach „God of Ocean Tides“ folgte mit „Friend of the Devil“ eine Coverversion des Grateful-Dead-Klassikers, bevor „Big Yellow Taxi“ für einen der bekanntesten Mitsing-Momente des Abends sorgte. „Round Here“ leitete anschließend in die zweite Hälfte des Hauptsets über.
Als Medley aus „The 1″ und „A Long December“ näherte sich das Hauptset dem Ende, bevor „Rain King“ den regulären Teil des Konzerts abschloss. Für die Zugaben kehrte die Band mit „Under the Aurora“ und „Hanginaround“ zurück auf die Bühne, bevor „Holiday in Spain“ den Abend endgültig beendete.
Insgesamt kombinierte die Setlist an diesem Abend vier Songs vom aktuellen Album mit einem breiten Querschnitt aus über drei Jahrzehnten Bandgeschichte sowie einem Cover. Wetterbedingt verzögerter Beginn hin oder her, konnte die Band das Publikum über die volle Distanz des Konzerts bei Laune halten.
Von San Francisco zum Welterfolg
1991 gründeten die Musiker David Bryson, Adam Duritz und Charlie Gillingham die Band in San Francisco. Zwei Jahre später erschien das Debütalbum „August and Everything After“, das mehrfach Platin erreichte und den internationalen Durchbruch brachte.
Auf sieben Alben verkaufte die Band bislang über 20 Millionen Tonträger weltweit. Die zweite Platte „Recovering the Satellites“ erreichte Platz 1 der Billboard 200 und festigte den Ruf als eine der erfolgreichsten US-Alternative-Rockbands.
Allein das Debütalbum verkaufte sich 1993 rund 7 Millionen Mal und erreichte Platz 4 der Billboard 200, getragen von Singles wie „Mr. Jones“ und „Round Here“. Den Sprung an die Spitze der Charts schaffte die Band drei Jahre später mit „Recovering the Satellites“, angetrieben vom Erfolg der Single „A Long December“.
Nach „This Desert Life“ von 1999 und „Hard Candy“ von 2002 folgten „Saturday Nights & Sunday Mornings“ von 2008, „Echoes of the Outlaw Roadshow“ sowie „Somewhere Under Wonderland“ von 2014. Die Diskografie umfasst damit mehrere Jahrzehnte Bandgeschichte, ohne größere Pausen zwischen den einzelnen Veröffentlichungen.
Der Song „Mr. Jones“ steht kurz vor einer Milliarde Streams auf Spotify. „Accidentally in Love“, Teil des Soundtracks zu „Shrek 2″, brachte der Band Nominierungen bei den Academy Awards und den Golden Globes für den besten Originalsong ein, dazu eine Grammy-Nominierung.
Die Besetzung hat sich über die Jahre erweitert. Gitarrist Dan Vickrey stieß 1994 dazu, Multiinstrumentalist David Immerglück 1999 und Schlagzeuger Jim Bogios 2002. Mit dieser Besetzung ist die Band bis heute auf Tour.
Butter Miracle als roter Faden
Im Mai 2025 erschien das aktuelle Album „Butter Miracle, The Complete Sweets!“. Es baut auf der 2021 veröffentlichten EP „Butter Miracle, Suite One“ auf, einem neunzehnminütigen Werk aus vier zusammenhängenden Tracks. Die Leadsingle „Spacemen in Tulsa“ läutete die neue Ära ein.
Die dazugehörige Complete Sweets Tour führte bereits im Herbst 2025 durch Europa, bevor die Band im Sommer 2026 für vier weitere Termine nach Deutschland zurückkehrte. Nach dem Auftakt in Köln am 24. Juni folgte am 4. Juli die Parkbühne im Leipziger Clara-Zetkin-Park, dann Hannover am 5. Juli, bevor die Tour am 14. Juli im Hamburger Stadtpark endete.
2021 platzierte das Magazin Billboard die Band auf Rang 8 der Liste „Greatest of All Time: Adult Alternative Artists“. In Hannover traf dabei ein Programm aus über drei Jahrzehnten Songgeschichte auf ein aktuelles, achtes Studioalbum, das mit vier Songs zur Setlist beitrug.
Wer die Counting Crows bislang nur von Radio-Hits kannte, bekam beim Auftritt in Hannover Gelegenheit, das komplette Bild kennenzulernen, inklusive der alten Alben abseits der bekannten Singles. Für eine Band, die seit über drei Jahrzehnten ohne große Pausen unterwegs ist, blieb der Auftritt bemerkenswert unverbraucht. Der kurze Regenschauer vor Konzertbeginn tat der guten Stimmung im Publikum letztlich keinen Abbruch.
Nach Hannover blieb der Band mit dem Termin in Hamburg am 14. Juli nur noch eine weitere Station in Deutschland, bevor die Complete Sweets Tour anschließend international weitergeht und die Band in weiteren Ländern auftritt. Für die 1.200 Fans in der Gilde Parkbühne bedeutete der Abend trotz des kurzen Wetterumschwungs ein rundum gelungenes Konzert.



