Tag 2 bei Rock am Ring 2026

Tag 2 bei Rock am Ring brachte am Samstag jede Menge starke Acts auf den Bühnen des Nürburgring-Geländes und stellte damit unter Beweis, dass dieses Festival nicht nur einen Abend, sondern ein Wochenende füllen kann.

Von den ersten Gitarrenakkorden am frühen Nachmittag bis zum letzten Refrain in der Nacht spielten sich die Acts durch ein Programm, das stilistisch kaum weiter hätte gespannt werden können.

Hard Rock, politischer Gitarrenrock, kanadischer Metal, Horror-Metalcore, Partycore aus dem Ruhrgebiet, deutscher Rap, dänischer Rockabilly-Metal und Crossover aus Westfalen – der Samstag beim Tag 2 bei Rock am Ring hatte Format und ließ keine Lücken.

The Pretty Reckless: Kein leiser Einstieg auf der Utopia Stage

2009 in New York gegründet, eröffneten The Pretty Reckless den Samstag auf der Utopia Stage mit einem Set, der keine Anlaufzeit brauchte. Sängerin Taylor Momsen, Gitarrist Ben Phillips, Bassist Mark Damon und Schlagzeuger Jamie Perkins spielten aus einem Katalog, der im Hard Rock, Grunge und Alternative Rock verwurzelt ist und diesen Wurzeln treu geblieben ist. „Make Me Wanna Die”, „Heaven Knows”, „Going to Hell” und „Messed Up World” stehen für eine Band, die in den amerikanischen Rockcharts Spitzenplatzierungen erreicht hat – „Heaven Knows” und „Messed Up World” belegten dort wichtige Toppositionen.

Momsen führte die Show mit einer Bühnenpräsenz, die auf einer Fläche dieser Größe sitzt, ohne sie zu benötigen. Zwischen den Songs fand die Band das richtige Tempo – kein Überreden, kein Kommentieren, nur der nächste Song. Tag 2 bei Rock am Ring begann damit auf einem Niveau, das für den Rest des Abends die Messlatte setzte.

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Tom Morello: Gitarre als politisches Werkzeug beim Tag 2 bei Rock am Ring

Tom Morello wurde durch Rage Against the Machine bekannt und durch Audioslave bestätigt – ein Gitarrist, der seinen Stil aus Rock, Metal und Hip-Hop zusammensetzt und dabei Spieltechniken und Effekte einsetzt, die den Klang seines Instruments grundlegend verändern.

Am Nürburgring spielte Morello Solo-Material, Klassiker beider Bands und zeigte, dass sein Ansatz – Gitarre als Haltung, nicht nur als Instrument – nach wie vor funktioniert. Wer erwartet hatte, einen nostalgischen Rückblick zu sehen, erlebte stattdessen eine aktive, gegenwärtige Bühnenarbeit, die keinen Rückspiegel brauchte.

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Three Days Grace: Zwei Sänger, ein Katalog

Three Days Grace aus Kanada stehen 2026 vor einer Bühnensituation, die in ihrer Bandgeschichte neu ist. Adam Gontier, der die Band 2013 verlassen hatte, kehrte 2024 zurück und teilt die Gesangspflichten seither mit Matt Walst, der in Gontiers Abwesenheit als Frontmann übernommen hatte.

Das Ergebnis ist ein Set, das Songs aus beiden Bandphasen trägt, ohne dass eine davon ausgeblendet werden muss: „I Hate Everything About You”, „Animal I Have Become”, „Pain”, „Never Too Late” und „Riot” stehen neben neuerem Material aus dem 2026 auf Tour befindlichen Album „Alienation”. Die Alben „One-X” und „Life Starts Now” liefern nach wie vor die schwersten Stücke des Repertoires.

Tag 2 bei Rock am Ring bekam damit einen Act, bei dem Bandgeschichte sichtbar wurde, ohne musikalisch zu bremsen.

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Ice Nine Kills: Metalcore als Bühneninszenierung

Die US-Band um Sänger Spencer Charnas hat aus dem Horror-Thema ein konsistentes Konzept gemacht, das weit über Ästhetik hinausgeht. Metalcore bildet die musikalische Basis; die Inszenierung zieht Slasher-Referenzen, Filmästhetik und theatralische Elemente hinzu. 2026 arbeitete die Band an Musik für „Scream 7” sowie an einem eigenen Filmprojekt namens „The Slashin’ Of The Christ”.

Auf der Utopia Stage spielten Ice Nine Kills „A Grave Mistake”, „Hip to Be Scared”, „The American Nightmare”, „Stabbing in the Dark” und „Welcome to Horrorwood” – ein Set, das als inszeniertes Gesamterlebnis funktioniert und nicht als bloße Titelfolge.

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Electric Callboy beim Tag 2 bei Rock am Ring: Castrop-Rauxel am Nürburgring

Die Band aus Castrop-Rauxel – Kevin Ratajczak, Nico Sallach, Daniel Haniß, Pascal Schillo, Daniel Klossek und David-Karl Friedrich – hat in den vergangenen Jahren eine internationale Reichweite aufgebaut, die ihren regionalen Ursprung längst übersteigt.

Electric Callboy verbinden Metalcore mit EDM, eingängigen Pop-Refrains und Bühnenelementen, die auf präzisem Comedy-Timing basieren. „Hypa Hypa”, „We Got The Moves” und „Pump It” sind in Deutschland goldzertifiziert; das Album „TEKKNO” erreichte Platz eins der deutschen Charts und wurde ebenfalls mit Gold ausgezeichnet.

Das Live-Format bringt Breakdowns und Rave-Sequenzen in direkter Abfolge – auf dem Nürburgring eine Stunde lang ohne Unterbrechung.

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Marteria: Rap zwischen den Gitarren

Marten Laciny aus Rostock, der unter dem Namen Marteria und dem Alias Marsimoto arbeitet, trat auf der Mandora Stage auf. Marteria verbindet deutschen Rap mit elektronischen Flächen und Refrains, die im Stadionformat funktionieren. 2012 belegte „Lila Wolken”, gemeinsam mit Yasha und Miss Platnum, Platz eins der deutschen Singlecharts. Live-Stücke wie „Kids”, „OMG!”, „Verstrahlt”, „Niemand bringt Marten um” und „Welt der Wunder” bildeten das Kernprogramm.

Im Hintergrund stand 2026 das Projekt „Zum Glück in die Zukunft III”. Marteria erreichte ein Publikum, das bis dahin fast ausschließlich Gitarren gehört hatte – und trat mit eigenem Sound auf, nicht mit Anpassung an das Format.

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Volbeat: Der Headliner auf der Utopia Stage

Die dänische Band – Michael Poulsen, Jon Larsen, Kaspar Boye Larsen und Flemming C. Lund, der nach Rob Caggianos Abgang dauerhaft als Leadgitarrist übernommen hat – verbindet Heavy Metal, Hard Rock, Rock’n’Roll und Rockabilly zu einem Sound, den Volbeat über mehrere Alben hinweg konsequent weiterentwickelt haben. „Still Counting”, „For Evigt”, „Lola Montez”, „A Warrior’s Call”, „The Devil’s Bleeding Crown” und „Fallen” tragen ein Headliner-Set, das auf einem großen Gelände die nötige Breite hat.

Das 2025 erschienene neunte Studioalbum „God of Angels Trust” lieferte mit „By a Monster’s Hand” aktuelles Material. Poulsens Stimme trägt über weite Flächen, ohne an Druck zu verlieren. Volbeat wirkten am Nürburgring nie wie eine Band, die einen Pflichttermin absolviert. Tag 2 bei Rock am Ring hatte damit seinen Headliner-Moment auf der Hauptbühne.

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Bad Omens: Atmosphärischer Metalcore zum Abend

Die Band aus Richmond, Virginia, 2015 mitgegründet von Noah Sebastian, der neben der Gesangsrolle auch als Produzent tätig ist, spielte auf der Mandora Stage den letzten großen Set des Abends. Zur Besetzung gehören Nicholas Ruffilo, Nick Folio und Joakim „Jolly” Karlsson.

Bad Omens verbinden Metalcore mit Alternative-Metal-Strukturen, elektronischen Elementen und R&B-Einflüssen. Das Album „THE DEATH OF PEACE OF MIND” lieferte „Just Pretend”, „Like a Villain”, „Nowhere to Go” und „Dying To Love”; neuere Titel wie „Impose” und „Specter” erweitern den Katalog. Bad Omens spielten einen Set, der auf Dichte und Atmosphäre setzte – nicht auf Lautstärke als Mittel zum Zweck.

Leider konnten wir von diesem Auftritt bei Rock am Ring 2026 keine Fotos machen, da dies durch die geltenden Foto-Richtlinien untersagt war. Wir danken für euer Verständnis.

H-Blockx: Tag 2 bei Rock am Ring endet auf der Orbit Stage

H-Blockx wurden 1991 in Münster gegründet. Henning Wehland steht seit der Bandgründung als Frontmann auf der Bühne; Tim „Humpe” Tenambergen spielt Gitarre, Stephan „Gudze” Hinz Bass und Steffen Wilmking Schlagzeug. Die Band verbindet Alternative Rock, Rap-Metal und Crossover-Elemente zu einem Sound, der in der deutschen Rockszene der Neunziger früh eine eigene Position einnahm.

Das Debütalbum „Time to Move” erschien 1994, verbrachte 62 Wochen in den deutschen Charts und wurde mit Gold ausgezeichnet; die Band erhielt 1995 eine MTV-Europe-Nominierung als Best Breakthrough Artist. Aktuelle Singles wie „Fallout” (2024) sowie „Straight_Outta_Nowhere” und „Lights_Out” (2025) zeigen, dass H-Blockx ihr Projekt weiterführen. Auf der Orbit Stage spielten sie mit „Move”, „Risin’ High” und weiterem Material Titel, die in der Geschichte des deutschen Crossover ihren festen Platz haben.

H-Blockx rundeten damit ab, was Tag 2 bei Rock am Ring auf der Orbit Stage zu bieten hatte.

Tag 2 bei Rock am Ring 2026

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