Tag 1 bei Rock am Ring 2026 hat am Nürburgring geliefert, was 90.000 Besucher an diesem Freitag erwartet hatten: einen Festivaltag, der vom ersten Act bis zum letzten Auftritt keine Lücken ließ. Die 41. Ausgabe startete am 5. Juni mit einem Programm, das in dieser Dichte nur Rock am Ring zusammenbekommt – und mit der Gewissheit, dass das Festival 2026 schneller ausverkauft war als alle Vorgänger. Wer am Freitag auf dem Gelände stand, verstand schnell, warum.
Bush oder wenn die Gitarre das letzte Wort hat
Den Beginn machte für unser Team Bush um 16:20 Uhr auf der Utopia Stage. Gavin Rossdale, Chris Traynor, Corey Britz und Nik Hughes spielten das Beste aus einem Katalog, der Mitte der Neunziger mit dem Debütalbum „Sixteen Stone“ seinen Ausgangspunkt fand. „Machinehead“, „Everything Zen“, „Comedown“ und „Glycerine“ erinnerten an eine Phase des Alternative Rock, in der die Gitarre noch das letzte Wort hatte. Rossdale brachte eine Bühnenpräsenz mit, die zwischen Eleganz und Zerknitterung pendelt und auf großen Open-Air-Flächen funktioniert.
Was Bush dem Programm von Tag 1 bei Rock am Ring 2026 hinzufügte, war kein nostalgischer Rückzug, sondern Gitarrenrock mit Haltung und Refrains, die gut gealtert sind.
Geheimtipp aus Florida: Magnolia Park
Auf der Orbit Stage waren um 17:05 Uhr Magnolia Park zu sehen – und damit eine Band, die bei Tag 1 bei Rock am Ring 2026 zeigte, wie sich ein Sound von digitalen Plattformen auf ein Festivalpodium überträgt. Die Formation aus Orlando, Florida, 2018 gegründet, steht heute für Joshua Roberts, Tristan Torres, Freddie Criales, Joe Horsham und Vincent Ernst. Ihr Ansatz verbindet Pop-Punk mit Metalcore, Emo-Anleihen und Hip-Hop-Einflüssen zu einem breiten Sound, der polarisieren kann, auf Festivalbühnen aber Wirkung zeigt.
Das 2025 bei Epitaph Records erschienene Konzeptalbum „VAMP“ – ein neo-gotisches Werk rund um das fiktive Universum Nocturne Nexus – lieferte den aktuellen Kontext. Auf der Orbit Stage lieferten Magnolia Park einen druckvollen, direkten Auftritt ohne Leerzeilen.
The Hives liefern ab
The Hives übernahmen um 17:50 Uhr die Utopia Stage und lieferten das überzeugendste Argument des Abends dafür, dass Rock’n’Roll keine Komplexität braucht, wenn er handwerklich sitzt und vollständig durchdreht. Howlin‘ Pelle Almqvist, Nicholaus Arson, Vigilante Carlstroem, Chris Dangerous und The Johan and Only haben Garage Rock und Punk-Energie seit Jahrzehnten auf ein Bühnenformat kondensiert, das keine Leerstellen kennt.
„Hate to Say I Told You So“, „Main Offender“, „Tick Tick Boom“ und Material aus „The Death of Randy Fitzsimmons“ sowie „The Hives Forever Forever The Hives“ zündeten auf der Utopia Stage wie geplant. Almqvist dirigierte das Publikum mit jener Kombination aus Größenwahn und Charme, die ihn seit Jahren zu einem der besten Frontmänner im Rock macht.
Melodisch gut: Within Temptation
Within Temptation brachten um 19:25 Uhr auf der Mandora Stage eine Dimension ins Programm, die an Tag 1 bei Rock am Ring 2026 bis dahin noch nicht zu hören gewesen war: orchestrales Gewicht, dramatische Melodiebögen und eine Bühnensprache, die dem symphonischen Metal der Niederländer vollständig gerecht wurde. Sharon den Adel führte durch ein Set, in dem „Ice Queen“, „Stand My Ground“, „Faster“, „Mother Earth“ und „Paradise“ die Stationen einer Karriere markierten, die Ende der Neunziger begann und seither keinen Substanzverlust erlitten hat.
Die aktuelle Besetzung mit Robert Westerholt, Jeroen van Veen, Ruud Jolie, Mike Coolen, Stefan Helleblad und Vikram Shankar spielte das große Format dieser Band aus, ohne es mit überflüssigem Spektakel zu überladen.
Trivium zerlegen den Ring
Trivium übernahmen um 20:55 Uhr die Mandora Stage mit einem Set aus Metal für Leute, die ihre Riffs präzise, ihre Refrains groß und ihre Gitarrensoli als lebendige Kunstform betrachten. Matt Heafy und Corey Beaulieu standen für ein Gitarrenkonzept, das Metalcore, Thrash und Heavy Metal zu einem Sound verbindet, der gleichzeitig modern und klassisch wirkt. Paolo Gregoletto hielt den Bassrahmen.
Titel wie „Pull Harder on the Strings of Your Martyr“, „In Waves“, „The Heart from Your Hate“ und „Strife“ gehören zum Ring-kompatiblen Repertoire der Band aus Orlando, die seit 1999 aktiv ist und 2026 auf zehn Studioalben zurückblickte.
Papa Roach landen auf der Utopia Stage
Papa Roach standen ab 21:00 Uhr parallel zu Trivium auf der Utopia Stage und sorgten bereits vor ihrem ersten Ton für Aufmerksamkeit: Die Band landete per Helikopter hinter der Bühne. Auf der Bühne folgte eine Show mit den Songs, die ihre Karriere tragen, ohne Umwege und ohne Leerstellen.
Frontmann Jacoby Shaddix: „Dieser Moment war purer Adrenalinkick. Wir haben immer daran geglaubt, dass Rockshows legendär sein müssen, und hier ging es darum, einen Moment zu schaffen, den die Fans niemals vergessen würden. Die Energie aus dem Publikum war einfach absolut unglaublich.“
Leider konnten wir von diesem Auftritt bei Rock am Ring 2026 keine Fotos machen, da dies durch die geltenden Foto-Richtlinien untersagt war. Wir danken für euer Verständnis.
Stark: Malevolence rocken die Orbit Stage
Auf der Orbit Stage war um 21:35 Uhr Malevolence an der Reihe – für viele einer der dichtesten Momente von Tag 1 bei Rock am Ring 2026 auf einer der Nebenbühnen. Die Band aus Sheffield, gegründet 2010, besteht aus Sänger Alex Taylor, den Gitarristen Josh Baines und Konan Hall, Bassist Wilkie Robinson und Schlagzeuger Charlie Thorpe. Ihr Sound verbindet Beatdown Hardcore mit Groove Metal und Sludge-Anleihen – ein Ansatz, der auf kleinen Bühnen eine Wucht entwickelt, die sich mit der Raumgröße potenziert.
Mit Titeln aus „Malicious Intent“ (2022) und dem 2025 veröffentlichten „Where Only the Truth Is Spoken“ lieferte die Band einen kompakten, schweren Auftritt. Bemerkenswert: „Malicious Intent“ entstand mit Gastbeitrag von Triviums Matt Heafy – einer Verbindung, die an diesem Abend besonders passte, da beide Bands am gleichen Tag auf dem Gelände standen.
Linkin Park liefern emotionale Show
Linkin Park standen 2001 zum ersten Mal auf der Ring-Bühne. 25 Jahre später kehrten sie als Headliner zurück, in einer neu aufgestellten Besetzung mit Emily Armstrong und Mike Shinoda. Zwölf Jahre lag der letzte Nürburgring-Auftritt zurück. Bereits vor dem Set hatte die Band exklusiv den Trailer zum Dokumentarfilm „Unshatter“ vorgestellt.
Mit „With You“ als Opener, dem Song ihres allerersten Festivalauftritts hier 2001, eröffneten sie ein Set, das präzise, druckvoll und ohne schwache Passagen war. Mike Shinoda im Anschluss: „Rock am Ring ist etwas ganz Besonderes für uns, und 25 Jahre nach unserem ersten Auftritt hier zurückzukehren, bedeutet uns sehr viel. Das Publikum, die Energie, die ganze Atmosphäre – es gibt einfach nichts Vergleichbares.“
Leider konnten wir von diesem Auftritt bei Rock am Ring 2026 keine Fotos machen, da dies durch die geltenden Foto-Richtlinien untersagt war. Wir danken für euer Verständnis.
Limp Bizkit setzen Schlusspunkt von Tag 1 bei Rock am Ring 2026
Limp Bizkit fügten dem Programm dann ab 1:00 Uhr auf der Utopia Stage zum endgültigen Abschluss des Tages die Energie hinzu, für die diese Band bekannt ist. Fred Durst und seine Mitstreiter spielten direkt, ohne Höflichkeiten und mit der Konsequenz, die ihr Auftreten seit Jahrzehnten auszeichnet.
Leider konnten wir von diesem Auftritt bei Rock am Ring 2026 keine Fotos machen, da dies durch die geltenden Foto-Richtlinien untersagt war. Wir danken für euer Verständnis.
blink-182 für Rock am Ring 2027 bestätigt
Ein weiteres Highlight bildete jedoch eine Ankündigung: Unter Feuerwerk und Pyroeffekten wurde blink-182 als erster Headliner für Rock am Ring 2027 bekanntgegeben. Für die Poppunk-Band aus Kalifornien wird es der erste Auftritt bei diesem Festival sein.
Tag 1 bei Rock am Ring 2026 bekam damit einen Schlusspunkt, der über den Freitag hinauswies. Der Vorverkauf für Rock am Ring 2027 startet am Dienstag, dem 9. Juni 2026, um 12:00 Uhr unter www.rock-am-ring.com/tickets. Das Festival findet vom 4. bis 6. Juni 2027 erneut am Nürburgring statt.







