Morrissey beim Konzert in der Sporthalle Hamburg 2026 auf der Bühne

Das Morrissey konzert in Hamburg 2026 zeigte den britischen Sänger in bemerkenswerter Form. In der Sporthalle Hamburg präsentierte er eine ausgewogene Mischung aus The Smiths-Klassikern, Solo-Songs und neuem Material.

Bereits zum Auftakt füllte sich die Halle mit energiegeladenen Fans, die seine Solo-Hits und Klassiker seiner früheren Band The Smiths gleichermaßen feierten. Von Beginn an erwies sich der Sänger in Top-Form: Mit dem atmosphärischen „Billy Budd“ startete er kraftvoll in den Abend. Die geradlinige Mischung aus neuen Songs und altbekannten Hits zog sich durch das gesamte Programm.

Vor dem eigentlichen Auftritt wurde das Publikum traditionell mit einer rund 40-minütigen Videocollage in Stimmung gebracht. Dort liefen nostalgische Ausschnitte aus Film- und Musikgeschichte (z.B. Ausschnitte mit Bowie und den Ramones) – ein für Morrissey-Konzerte gewohntes Ritual. Obwohl die Clips gekonnt ausgewählt waren, reagierten manche Fans nach gut dreißig Minuten ungeduldig; doch als sich endlich die Bühne verdunkelte und die Band auf die Bühne trat, entlud sich die Spannung.

Konzertauftakt mit Hits und neuen Songs

Mit dem Auftaktsong „Billy Budd“ sorgte Morrissey schnell für beschwingte Stimmung. Begleitet von seiner fünfköpfigen Band – darunter die Gitarristin Carmen Vandenberg – hielt er sofort die volle Aufmerksamkeit. Unmittelbar danach folgte der stimmungsvolle Klassiker „Alma Matters“, dessen eingängige Melodie das Publikum sofort mitträllerte. Anschließend verwob Morrissey in kurzer Abfolge alte und neue Stücke. So erklang der ruhige, poetische „I Just Want to See the Boy Happy“ neben der rockigeren The Smiths-Nummer „A Rush and a Push and the Land Is Ours“. Die Stimme des Sängers war kraftvoll und klar – überraschend lebendig für einen 66-Jährigen. Immer wieder griff er in sein bekanntes Falsett und verlieh den melancholischen Texten großen Ausdruck, was deutlich wurde, als die Fans bei „Alma Matters“ lauthals mitsangen.

Er zeigte sich dabei gut gelaunt und schlagfertig. Zwischen einigen Songs bedankte er sich augenzwinkernd bei seinen Anhängern. Beispielsweise witzelte er über sein bisher tadelloses Gesang-Niveau und erhielt dafür schallenden Applaus. Diese Mischung aus Ernsthaftigkeit und feiner Selbstironie unterstrich einmal mehr, warum die Fangemeinde ihn verehrt.

Morrissey Konzert in Hamburg 2026 mit starkem Setlist-Mix

Das Konzert setzte auf eine ausgewogene Mischung seiner musikalischen Epochen. Etliche Smiths-Klassiker durften nicht fehlen: So gab es unter anderem „There Is a Light That Never Goes Out“, dass frenetischen Beifall erhielt, als Morrissey lange Blumen in die Luft reckte und das Publikum den Refrain im Chor sang. Bei „Suedehead“ zeigte er sogar ein Bild von sich als jungen Künstler auf der Leinwand, während die Fans begeistert mittanzten.

Doch auch seine aktuellen Songs fügten sich nahtlos ins Programm ein. Aus dem bevorstehenden Album präsentierte er „Make-Up Is a Lie“, „Notre-Dame“ und „The Monsters of Pig Alley“. Letzterer war erst wenige Tage zuvor in Aarhus live debütiert und zählt zur kommenden Platte. Morrissey erläuterte zu „The Monsters of Pig Alley“ humorvoll, dass es um überfürsorgliche Eltern geht – die „Schweine von Pig Alley“ –, was beim Publikum für Schmunzeln sorgte.

Die neuen Lieder klangen frisch und modern, allerdings mit gewohnt eingängigen Melodien: „Make-Up Is a Lie“ kam lebhaft und verspielt, „Notre-Dame“ präsentierte sich poppig mit einem etwas ungewohnten, rhythmischen Arrangement. Die Zuschauer nahmen alle Stücke begeistert auf, denn auch die neuen Songs wurden prompt mitgeklatscht und gejubelt. Mit „World Peace Is None of Your Business“ setzte er zusätzlich einen Höhepunkt, indem er auf der Leinwand Bilder von Demonstrationen zeigte – ein politisch gefärbtes Lied, dessen eindringlicher Refrain das Publikum erneut in seinen Bann zog.

Auf lockere Weise kündigte Morrissey immer wieder seine Songs an. So betrat er etwa lächelnd die Bühne mit zwei blauen Rasseln in der Hand, kurz bevor „Billy Budd“ erklang. Sein Outfit verriet neben eleganten Details eine verspielte Ader: Aus dem Bund seiner Jeans hingen mehrere Blumen hervor. Mit „I Will See You in Far-Off Places“ erinnerte Morrissey an seine Wurzeln, während er bei „How Soon Is Now?“ zum Finale ein T-Shirt mit Jack-Kerouac-Motiv trug. Am Ende riss er dieses herunter, warf es in die Menge und verabschiedete sich mit den Worten, er habe einen „erfreulichen Abend“ gehabt – was das Publikum unisono bekräftigte.

Stimmung und Mitsing-Atmosphäre

Die Atmosphäre in der Sporthalle war während des gesamten Konzerts sehr ausgelassen und begeistert. Die Fans honorierten jeden Klassiker und feierten Morrissey für seine neuen Songs. Immer wieder schlug der Funke zum Publikum über: Die Halle verwandelte sich in einen Chorraum, wenn etwa bei „Everyday Is Like Sunday“ oder „There Is a Light That Never Goes Out“ kollektiv mitgesungen wurde. Manche Besucher schwenkten die Arme in der Luft, andere tanzten und die erste Reihe, die Morrissey im Laufe des Abends namentlich begrüßte, ging voll mit.

Selbst neu vorgestellte Stücke wie „Make-Up Is a Lie“ wurden sofort mit Applaus belohnt, da die Melodien schnell ins Ohr gingen. Die wenigen kleinen Patzer – ein paar Knackser in Morrisseys Stimme bei „Suedehead“ oder ein verhaltener Gesangseinsatz – wurden vom Publikum großzügig überhört und von lautstarkem Jubel überschattet. Insgesamt genossen die Zuschauer ein feines Rockkonzert ohne jede spürbare Hektik oder Unstimmigkeiten.

Auf der Bühne hielten die erfahrenen Musiker um Morrissey herum das Programm stabil. Besonders Carmen Vandenberg an der Gitarre sorgte mit präzisen Riffs und Soli für Energie, etwa bei „Now My Heart Is Full“. Pianoklänge, Synthesizer und ein druckvolles Schlagzeugbett gaben den Songs ein aktuelles Klangbild, ohne den eigentlichen Charme der Stücke zu verwässern. In der Gesamtwirkung wirkte das Konzert wie aus einem Guss: Neu und Alt bildeten keine Schere, sondern eine Einheit. So fühlten sich Songs wie „Life Is a Pigsty“ oder „Lost“ ebenso passend an wie die legendären The Smiths-Nummern und späteren Solo-Hits. Morrissey selbst wirkte präsent, aber keineswegs übertrieben exzentrisch – seine Gesten mit dem Mikrofonkabel erinnerten zwar an frühere Touren, doch das Lasso-Tanzen war jetzt etwas zurückgenommen.

Unvollendet: Überraschender Moment beim Finale vom Morrissey Konzert in Hamburg 2026

Band von Morrissey Konzert in Hamburg 2026 auf Tour

Kurz bevor das Konzert zu Ende ging, erlebte die Stimmung eine überraschende Unterbrechung. Direkt nach „Now My Heart Is Full“ rief Morrissey plötzlich: „Guys, wir spielen „I Know It’s Over“ nicht komplett“, und verließ unvermittelt die Bühne. Beim ersten Einsatz dieses The Smiths-Klassikers war der Auftritt damit abgebrochen – ein seltener „Fast-Abbruch“, wie Presse und Fans es später nannten. Die Band blieb zunächst allein zurück und spielte aufmunternd leichte Klavierakkorde. Im Publikum herrschte zunächst betretene Stille, die Sorge war kurz spürbar, das Konzert könnte vorzeitig enden.

Nach ein paar Minuten kehrte Morrissey zurück – nun in einem neuen, tief ausgeschnittenen Hemd – und gestand mit leichtem Augenzwinkern, er habe nach seiner Katze sehen müssen. Seine Stimme klang bei diesen wenigen Takten nun sehr kontrolliert. Dennoch wirkte er beim zweiten Anlauf zu „I Know It’s Over“ zunächst zögerlich: Nach wenigen Takten drehte er sich kopfschüttelnd von der Band weg und stieg wieder von der Bühne. Erst eine erneute kurze Unterbrechung brachte die richtige Wendung: Morrissey kam schließlich in dunkler Kleidung wieder heraus und setzte mit „Everyday Is Like Sunday“ fort, das mit romantischen Marilyn-Monroe-Projektionen einsetzte.

Der Abschlusssong „How Soon Is Now?“ wurde dann wie gewohnt im bekenntnisreichen Takt mit einer Jack-Kerouac-Referenz zelebriert. Die anfängliche Aufregung wurde rasch vergessen, denn nach gut 90 Minuten bot sich den Hamburgern am Ende ein Konzert, an das sie sich noch lange mit begeisterten Stimmen erinnern werden.

Das Morrissey Konzert in Hamburg 2026 war ein hochkarätiger Rockabend ohne Polemik

Insgesamt schenkten die Fans Morrissey an diesem Abend ausschließlich ihre Aufmerksamkeit für Musik und Performance – politische Kontroversen spielten in der Sporthalle keine Rolle. Vielmehr stand die Qualität der Songs im Fokus: Die Band und Morrissey selbst bewiesen eindrucksvoll, dass sie nach Jahrzehnten im Musikgeschäft nichts von ihrer Wirkung eingebüßt haben. Die ausgewogene Setlist, der starke Gesang und die leidenschaftliche Umsetzung machten das „Morrissey Konzert in Hamburg 2026“ zu einem herausragenden Ereignis. Mit klaren Melodien, zeitlosen Texten über Außenseitergefühle und einer ordentlichen Portion britischem Understatement hinterließ die Show einen bleibenden Eindruck. Vielen Dank für einen kurzweiligen, aber sehr eindrucksvollen Abend.

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