Es gibt sie, diese Tage auf dem W:O:A, an denen sich der legendäre „Rain or Shine“-Spirit in seiner reinsten Form zeigt. Der diesjährige Festivalmittwoch war genau so ein Tag. Was als leichter Nieselregen begann, wurde binnen Stunden zu einem wahren Wolkenbruch – und verwandelte den heiligen Acker in eine einzig große Schlammzone. Doch wer glaubte, dass dies die rund 85.000 angereisten Metalheads auch nur im Ansatz beeindrucken würde, kennt die Wacken-Familie schlecht.

Matschbad mit Metal-Soundtrack

Schon am frühen Nachmittag war klar: Dieses Wacken wird nass. Richtig nass. Doch statt sich in den Zelten zu verkriechen oder zu klagen, wurde gefeiert – bis in die letzte Gummistiefelspitze. Der Schlamm wurde zur Bühne, der Poncho zum Festival-Kostüm. Und während Gummistiefel sich nur mühsam aus der aufgeweichten Erde lösten, stemmten sich die Fans entschlossen gegen die Naturgewalten – und gaben der Wetterlage schlicht keine Chance, ihnen die Stimmung zu verhageln.

Metal Battle mit Power: A Burning Rose auf der WET Stage

Unser Fotograf war mittendrin, als A Burning Rose beim Metal Battle auf der WET Stage die ersten Funken in den Wacken-Himmel jagten. Die jungen Nachwuchs-Metaller aus Litauen gaben alles – und ernteten trotz Regen und Matsch einen warmen Empfang. Mit rotziger Energie, kantigen Riffs und einem stimmgewaltigen Frontmann boten sie einen eindrucksvollen Beweis dafür, warum das Metal Battle seit Jahren als Sprungbrett für kommende Größen gilt.

Zwergenpower und Bombast: Wind Rose auf der Faster Stage

Nur wenig später betraten Wind Rose die Faster Stage – und trotzten dem Wetter mit einem Set, das so kraftvoll war wie eine Armee aus Mittelerde. Die italienischen Power-Metaller ließen sich nicht lumpen, feuerten ihre Zwergenhymnen mit maximaler Inbrunst ins Publikum und wurden mit einer erstaunlich textsicheren Crowd belohnt. Schlamm hin oder her – bei „Diggy Diggy Hole“ wurde das Gelände kurzerhand zur Tanzfläche.

Kawaii-Core im Schlamm: Hanabie bringen Farbe ins Grau

Auf der Louder Stage sorgten anschließend Hanabie für einen der Überraschungsmomente des Tages. Die energiegeladenen Metalcore-Newcomerinnen aus Japan brachten mit ihren knallbunten Outfits und der rasanten Mischung aus Breakdowns, Screams und Pop-Elementen ordentlich Bewegung in die Menge. Trotz tiefem Matsch sprang der Funke sofort über – und wer vorher noch skeptisch war, feierte spätestens bei Song Nummer zwei ausgelassen mit.

Cello, Düsternis und Donner: Apocalyptica auf der Faster Stage

Der nächste fotografische Halt: Apocalyptica. Die Finnen verwandelten die Faster Stage in ein episches Szenario aus klassischen Cellosounds, donnernden Metal-Gewittern und dramatischer Lichtregie. Selbst das Wetter schien kurz zu staunen und legte für einen Moment eine Regenpause ein. Songs wie „Path“ oder „I Don’t Care“ rollten wie eine düstere Welle über das Gelände, während der Matsch unter den Schuhen langsam in knietiefe Herausforderungen überging.

Wiedervereint: Tarja & Marco Hietala auf der Louder Stage

Emotionaler Höhepunkt des Abends war zweifellos das gemeinsame Set von Tarja Turunen und Marco Hietala. Die ehemaligen Nightwish-Stimmen standen erstmals seit über 18 Jahren wieder gemeinsam auf einer Wacken-Bühne – und lieferten einen Gänsehaut-Moment nach dem anderen. Klassiker wie „Sleeping Sun“ oder „Planet Hell“ brachten nicht nur Fans der ersten Stunde zum Mitsingen, sondern ließen auch die Geschichte der Band für einen Abend neu aufleben. Die Chemie stimmte – und die Begeisterung vor der Bühne war spürbar.

Finale mit Beyond The Black

Den krönenden Abschluss des ersten offiziellen Wacken-Tages lieferten Beyond The Black auf der Faster Stage (zumindest für uns). Jennifer Haben und ihre Band bewiesen, warum sie sich fest in der deutschen Metal-Landschaft etabliert haben: mitreißende Songs, ein souveräner Auftritt und eine enorme Bühnenpräsenz. Im strömenden Regen tanzte, sang und sprang das Publikum mit – und verwandelte das Feld ein letztes Mal in eine einzige, matschige Feierzone.

Mitten im Geschehen: Unser Fotograf auf dem Holy Ground

Trotz der herausfordernden Bedingungen war unser Fotograf von Music-Pics.de für uns den gesamten Tag über unterwegs, um die Stimmung in Bildern einzufangen – vom Gelände, den Talks und Side-Aktionen bis hin zu den eindrucksvollsten Momenten der Bands auf den Bühnen. 

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