Rock am Ring 2025 hat an diesem Wochenende im Juni bewiesen, warum der Nürburgring auch nach vier Jahrzehnten noch das unverrückbare Herzstück der deutschen Festivalkultur ist. Wenn 80.000 Menschen zum Nürburgring pilgern, um auf historischem Asphalt zu feiern, entsteht eine Energie, die man in dieser Form nirgendwo sonst findet.
Zum 40. Geburtstag gab es keine verstaubte Rückschau, sondern ein Line-up, das den Blick fest nach vorne richtete. Wer dachte, das Festival ruht sich auf alten Erfolgen aus, wurde eines Besseren belehrt. Es war laut, es war intensiv, und es war vor allem eines: ein echtes, kraftvolles Statement für die Rockmusik.
Der Start von Rock am Ring 2025 bei bestem Wetter
Das Wetter in der Eifel ist bekanntermaßen ein unberechenbarer Gegner, doch Rock am Ring 2025 startete unter Bedingungen, die man fast schon als kitschig perfekt bezeichnen könnte. Wo sonst oft Regenponchos und Gummistiefel das Bild prägen, startete das Jubiläumswochenende mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Das Gelände füllte sich rasch, und schon am frühen Freitagnachmittag war vor der Utopia Stage kaum noch ein Durchkommen. Die Stimmung war gelöst, fast schon euphorisch. Man spürte förmlich, wie sehr das Publikum auf dieses Wochenende gewartet hatte.
Die Organisation an den Einlässen wirkte routiniert und gut durchdacht. Trotz der strengen Sicherheitskontrollen, die in der heutigen Zeit unumgänglich sind, lief der Einlass zu den Bühnenbereichen flüssig. Das ist bei einer Menschenmasse dieser Größe keine Selbstverständlichkeit und trug maßgeblich dazu bei, dass der Fokus sofort auf der Musik lag. Und genau darum geht es schließlich: Um die Bands, die Riffs und das gemeinsame Erlebnis vor der Bühne. Die Vorfreude war greifbar, als die ersten Akkorde über die Rennstrecke hallten.
Slipknot dominieren den Freitag
Wenn eine Band weiß, wie man ein massives Publikum im Griff hat, dann sind es Slipknot. Ihr Auftritt bei Rock am Ring 2025 war eine absolute Machtdemonstration. Die neun Musiker aus Iowa betraten die Bühne nicht einfach, sie eroberten sie im Sturm. Vom ersten Ton an war klar, dass hier keine Gefangenen gemacht werden. Corey Taylor dirigierte die Menge mit einer beeindruckenden Leichtigkeit und bewies erneut, warum er zu den besten Frontmännern des Genres zählt.
Der Sound war druckvoll und glasklar, eine echte Wand aus Lärm und Melodie. Die typischen Percussion-Elemente, die den Sound von Slipknot so einzigartig machen, gingen nicht im Mix unter, sondern hämmerten präzise durch die Boxentürme bis in die hinteren Reihen. Es ist stark zu sehen, wie eine Band nach so vielen Jahren immer noch diese rohe Aggressivität auf die Bühne bringt, ohne dabei unsauber zu spielen.
Die Setlist war ein Querschnitt durch die Karriere, wobei vor allem die Klassiker für riesige Circle Pits sorgten. Die Masken, die gigantischen Bühnenaufbauten, das Licht – alles griff perfekt ineinander. Slipknot lieferten genau das ab, was man von einem Headliner erwartet: Eine Show, die man nicht so schnell vergisst.
Die Utopia Stage als Herzstück
Die Hauptbühne, die Utopia Stage, war auch in diesem Jahr wieder der zentrale Anlaufpunkt für die Massen. Technisch hat sich hier einiges getan. Die riesigen LED-Wände sorgten dafür, dass man auch von weit hinten jede Regung der Musiker sehen konnte. Bei Rock am Ring 2025 wurde offensichtlich viel Wert darauf gelegt, das visuelle Erlebnis zu optimieren. Die Kameraführung bei den Übertragungen auf die Screens war dynamisch und fing die Energie der Performances perfekt ein, anstatt nur statische Bilder zu liefern.
Besonders in den Abendstunden, wenn die Lichtshow ihre volle Wirkung entfalten konnte, bot sich ein spektakuläres Bild. Der Sound war über das gesamte Wochenende hinweg auf einem sehr hohen Niveau. Das oft kritisierte „Verwehen“ des Schalls durch den Eifelwind war kaum ein Thema. Die Techniker haben hier ganze Arbeit geleistet, um sicherzustellen, dass die Gitarrenbretter und Basslinien dort ankommen, wo sie hinsollen: In der Magengrube der Zuschauer.
Bring Me The Horizon revolutionieren Rock am Ring
Ein absolutes Highlight und vielleicht der modernste Act des Wochenendes waren Bring Me The Horizon. Die Briten haben ihren Wandel vom Nischen-Metalcore zum stadiontauglichen Rock vollzogen, und das zeigten sie bei Rock am Ring 2025 eindrucksvoll. Oli Sykes ist ein Performer, der die große Geste beherrscht und das Publikum in seinen Bann zieht. Die Show war vollgepackt mit visuellen Effekten, Einspielern und einer Lichtregie, die eher an einen Science-Fiction-Film erinnerte als an ein klassisches Rockkonzert.
Musikalisch bewegten sie sich gekonnt zwischen harten Breakdowns und eingängigen Refrains, die von Zehntausenden mitgesungen wurden. Kritiker mögen sagen, das sei zu glatt produziert, aber vor der Bühne funktionierte es perfekt. Die Band schafft es, Generationen zu verbinden. Da standen die alten Metal-Fans neben den jungen Anhängern, und alle feierten gemeinsam. Bring Me The Horizon bewiesen, dass Rockmusik im Jahr 2025 nicht stehengeblieben ist, sondern sich weiterentwickelt und neue Elemente integriert. Ihr Slot war eine Party, die den Nürburgring zum Beben brachte.
Fans und Stimmung bei Rock am Ring 2025
Was dieses Festival so besonders macht, sind am Ende aber die Menschen. Die „Ringrocker“ sind ein eigenes Völkchen. Bei Rock am Ring 2025 war dieser spezielle Spirit wieder überall zu spüren. Egal ob auf dem Campingplatz oder im Infield, die Stimmung war friedlich und ausgelassen. Man hilft sich gegenseitig auf, wenn im Moshpit jemand hinfällt, man teilt sein Wasser, man feiert zusammen.
Diese Gemeinschaft ist es, die das Festival auch nach 40 Jahren noch trägt. Es ist egal, woher man kommt oder was man im Alltag macht – hier zählt nur die Musik. Die vielen Kutten, die bunten Kostüme und die unzähligen Fan-Flaggen gaben dem Gelände ein farbenfrohes Gesicht. Auch in den Pausen zwischen den Bands riss die Stimmung nicht ab. Es wurde gesungen, getanzt und einfach das Leben gefeiert. Das Jubiläum wurde von den Fans gebührend gewürdigt.
Sleep Token sorgen für Magie bei Rock am Ring 2025
Einen ganz anderen, aber nicht weniger intensiven Akzent setzten Sleep Token. Ihr Auftritt bei Rock am Ring 2025 war fast schon eine spirituelle Erfahrung. Die Band, die ihre Identität verbirgt, schaffte es, eine unglaubliche Spannung aufzubauen. Es war faszinierend zu beobachten, wie leise es plötzlich auf dem riesigen Gelände werden kann, wenn Vessel zu singen beginnt.
Der Wechsel zwischen sanften, fast zerbrechlichen Klängen und brachialen Ausbrüchen ist live noch beeindruckender als auf Platte. Sleep Token brauchen keine großen Ansagen oder Animationen, um zu wirken. Ihre Musik spricht für sich. Die Lichtshow war düster und atmosphärisch gehalten, was perfekt zur Musik passte. Für viele war dies der emotionale Höhepunkt des Wochenendes. Sleep Token haben bewiesen, dass man auch mit komplexer, sperriger Musik die Massen begeistern kann, wenn die Qualität stimmt.
Die Sensation: Linkin Park für Rock am Ring 2026 bestätigt

Mitten in die Feierlichkeiten des Jubiläums platzte eine Nachricht, die das Gelände endgültig zum Kochen brachte. Die Veranstalter nutzten die maximale Aufmerksamkeit von Rock am Ring 2025, um den Blick direkt in die Zukunft zu richten und ließen die Bombe auf den großen Screens platzen: Linkin Park werden 2026 an den Nürburgring zurückkehren!
Die Ankündigung sorgte für einen kollektiven Aufschrei der Begeisterung, der wahrscheinlich noch bis weit über die Eifel hinaus zu hören war. Nach ihrer triumphalen Rückkehr auf die Weltbühnen ist die Bestätigung für das kommende Jahr der ultimative Ritterschlag für das Festival. Überall auf dem Platz war dieses Thema sofort Gesprächsthema Nummer eins.
Die Vorfreude auf Linkin Park dominierte die Gespräche an den Bierständen und in den Zeltlagern. Es war ein genialer Schachzug, diese Sensation bereits jetzt zu verkünden, denn sie gibt den Fans das Gefühl, Teil von etwas noch Größerem zu sein, das weit über dieses Wochenende hinausgeht. Die Rückkehr der Nu-Metal-Legenden an den Ort, an dem sie einige ihrer legendärsten Shows spielten, ist das perfekte Versprechen für die Zukunft des Rings.
Die Mandora Stage
Wer dachte, die Action spielt sich nur auf der Hauptbühne ab, der hatte die Mandora Stage nicht auf dem Schirm. Bei Rock am Ring 2025 war diese zweite große Bühne oft mehr als nur eine Alternative. Hier spielten Bands, die locker auch Headliner-Qualitäten haben. Die Nähe zur Bühne ist hier etwas größer, der Sound oft noch direkter und unverfälschter.
Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, hier Bands zu sehen, die man sonst nur in Hallen erlebt. Die Stimmung vor der Mandora Stage war oft intensiver, weil sich hier die absoluten Die-Hard-Fans versammelten. Gerade bei den härteren Acts kochte die Stimmung hier regelmäßig über. Es ist wichtig für das Festival, dass diese Bühne so stark besetzt ist, denn sie bietet die nötige Vielfalt und entzerrt die Massen auf angenehme Weise.
Lorna Shore zerlegen Rock am Ring 2025
Apropos Härte: Lorna Shore waren bei Rock am Ring 2025 angetreten, um zu zeigen, wo der Hammer hängt. Und das taten sie mit einer Brutalität, die ihresgleichen sucht. Deathcore auf einem Mainstream-Festival? Absolut. Die Band wurde abgefeiert wie Popstars, nur dass hier Blastbeats und gutturaler Gesang regierten. Will Ramos ist ein Phänomen am Mikrofon. Was er stimmlich leistet, ist technisch auf höchstem Niveau und live absolut beeindruckend.
Die Breakdowns waren so massiv, dass man den Bass im ganzen Körper spüren konnte. Lorna Shore sind der Beweis dafür, dass extreme Musik längst im Herzen der Festivalkultur angekommen ist. Sie boten einen perfekten Kontrast zu den melodischeren Acts und sorgten dafür, dass auch die Freunde der ganz harten Gangart voll auf ihre Kosten kamen. Ihr Auftritt war kurzweilig, intensiv und technisch perfekt gespielt.
Organisation und Verpflegung
Ein Festival steht und fällt mit der Logistik. Bei Rock am Ring 2025 lief vieles sehr rund. Die Laufwege waren gut ausgeschildert, und das Personal war hilfsbereit. Ein großes Thema ist immer die Verpflegung. Hier gab es in diesem Jahr eine erfreuliche Vielfalt. Natürlich gab es die klassische Bratwurst und das obligatorische Handbrot, aber auch viele vegetarische und vegane Alternativen waren im Angebot, was dem Zeitgeist entspricht.
Biffy Clyro überzeugen als Headliner der Herzen
Die Preise waren festivalsüblich, aber die Qualität stimmte größtenteils. Wichtig war auch die Wasserversorgung. An den kostenlosen Trinkwasserstellen gab es zwar Schlangen, aber das Wasser lief zuverlässig. Das bargeldlose Bezahlsystem, das mittlerweile Standard ist, funktionierte ohne größere Ausfälle. Das sparte Zeit an den Theken und sorgte dafür, dass man schneller wieder bei der Musik war. Alles in allem wirkte das „Drumherum“ sehr professionell organisiert.
Zwischen all den großen Produktionen und visuellen Effekten taten Biffy Clyro bei Rock am Ring 2025 genau das, was sie am besten können: Ehrlichen Rock spielen. Die Schotten, meist mit nacktem Oberkörper, brauchen keine riesige Show, um zu überzeugen. Ihre Songs sind Hymnen, die dafür gemacht sind, von Tausenden mitgesungen zu werden und so spielte sich die Band schnell in die Herzen der Besucher als der heimliche Headliner im Jahr 2025.
Simon Neil und seine Jungs spielten sich die Seele aus dem Leib. Es ist diese Leidenschaft, die Biffy Clyro so sympathisch macht. Sie wirken nicht wie unnahbare Stars, sondern wie Musiker, die jede Sekunde auf der Bühne genießen. Der Sound war roh und direkt. Gitarre, Bass, Schlagzeug – mehr brauchte es nicht, um den Nürburgring zum Kochen zu bringen. Ein wunderbar geerdeter Auftritt, der zeigte, dass ein guter Song immer noch das wichtigste Element einer Show ist.
Sicherheit und Camping
Das Thema Sicherheit wurde großgeschrieben. Die Präsenz von Ordnern und Sanitätern war hoch, aber nicht aufdringlich. Man fühlte sich sicher, ohne sich überwacht zu fühlen. Auch auf den Campingplätzen herrschte bei Rock am Ring 2025 eine gute Grundordnung. Die Müllsituation, oft ein Problem, wurde durch mehr Sammelstellen und Pfandsysteme zumindest etwas besser gehandhabt als in der Vergangenheit.
Das „Green Camping“ erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Wer es etwas ruhiger und sauberer mag, ist hier gut aufgehoben. Aber auch auf den regulären Plätzen war die Stimmung zwar wild, aber größtenteils friedlich. Die sanitären Anlagen wurden regelmäßig gereinigt, was bei dieser Anzahl an Menschen eine echte Arbeit ist, aber durchaus anerkannt wurde. Das Leben auf dem Campingplatz ist für viele genauso wichtig wie die Konzerte selbst, und der Nürburgring bot dafür wieder die perfekte Kulisse.
Starker Nachwuchs bei Rock am Ring 2025
Neben den großen Namen ist es immer spannend zu sehen, was der Nachwuchs macht. Auf den kleineren Bühnen gab es bei Rock am Ring 2025 einige Perlen zu entdecken. Junge Bands, die hungrig sind und alles geben, um das Publikum für sich zu gewinnen. Das Niveau war erstaunlich hoch. Viele Newcomer spielten so professionell, als würden sie das schon seit Jahren machen.
Es ist wichtig, dass das Festival diesen Bands eine Plattform bietet. Hier werden die Headliner von morgen gemacht. Das Publikum nahm das Angebot gut an, und so manch eine unbekannte Band durfte sich über volle Reihen und neue Fans freuen. Diese Entdeckungsreise abseits der Mainstage macht für viele den Reiz eines solchen Wochenendes aus.
Das visuelle Feuerwerk
Wir leben in einer Zeit, in der das Auge mithört. Die Bühnendesigns bei Rock am Ring 2025 waren durch die Bank weg beeindruckend. Egal ob riesige aufblasbare Figuren, komplexe Laser-Installationen oder Pyrotechnik – es wurde geklotzt, nicht gekleckert. Besonders in der Nacht verwandelte sich das Gelände in ein Lichtermeer.
Die Integration von Video-Content wird immer wichtiger. Viele Bands nutzen die Screens nicht nur, um das Geschehen auf der Bühne zu zeigen, sondern um ihre Songs mit eigens produzierten Filmen zu untermalen. Das schafft eine Dichte, die man bei Clubkonzerten so nicht erleben kann. Der Nürburgring bot den perfekten Rahmen für dieses visuelle Feuerwerk. Die Technik funktionierte tadellos, was bei der Komplexität der Shows keine Kleinigkeit ist.
Ein Wochenende für die Geschichtsbücher
40 Jahre Rock am Ring – das ist eine Ansage. Bei Rock am Ring 2025 wurde dieses Jubiläum gefeiert, ohne in die Vergangenheit zu flüchten. Natürlich gab es Anekdoten und Erinnerungen, aber das Festival wirkte frisch und lebendig. Es hat den Wandel der Zeit überstanden und sich angepasst, ohne seinen Kern zu verraten.
Die Mischung aus Rock, Metal, Punk und Hip-Hop ist fest etabliert und wird vom Publikum akzeptiert und gefeiert. Das „Scheuklappen-Denken“ von früher gibt es kaum noch. Man ist offen für Neues, solange es gut gemacht ist. Diese Offenheit ist das Geheimnis, warum der Ring auch 2025 noch relevant ist. Mit der Gewissheit im Gepäck, dass 2026 Linkin Park den Ring rocken werden, traten die Fans die Heimreise an – das 40. Jubiläum war ein voller Erfolg.







