70000 Tons of Metal 2027: 14 Acts der ersten Bandwelle enthüllt

70000 Tons of Metal 2027
Foto: 70000 Tons of Metal

Das 70000 Tons of Metal 2027 hat seine erste Bandwelle bekannt gegeben: Am 22. Juli 2026 bestätigte der Veranstalter vierzehn Acts für die kommende Ausgabe der Metal-Kreuzfahrt. Vom 14. bis 18. Januar 2027 legt das Kreuzfahrtschiff Freedom of the Seas erneut von Miami aus ab, an Bord ein Line-up, das von melodischem Death Metal über Power Metal bis hin zu Folk- und Black-Metal-Einflüssen reicht. An der Spitze der Ankündigung stehen Arch Enemy und Moonspell, dazu als Sonder-Gast Uli Jon Roth.

70000 Tons of Metal 2027: Die erste Bandwelle im Überblick

Dreizehn Bands und ein Ehrengast bilden die erste Ankündigung. Neben den Melodic-Death-Metal-Vorreitern Arch Enemy aus Schweden sind die portugiesischen Gothic-Metal-Veteranen Moonspell dabei, die seit über drei Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen ihres Genres zählen. Die deutsche Technical-Death-Metal-Band Obscura bringt komplexe Kompositionen mit, während Equilibrium für sinfonischen Folk Metal steht und Evergrey aus Schweden den melancholischen Progressive Metal vertritt.

Aus der klassischen Schule kommen die Schweden Enforcer mit ihrem an die frühen Achtziger angelehnten Speed Metal sowie die Kalifornier Warbringer, die den Thrash Metal der alten Schule hochhalten. Brainstorm aus Deutschland liefert seit den Neunzigern verlässlichen Power Metal, und mit Die Apokalyptischen Reiter steht eine deutsche Band auf der Liste, deren Mischung aus Härte, Humor und Melodie sich keiner einzelnen Stilrichtung zuordnen lässt.

Der internationale Anspruch der Veranstaltung zeigt sich auch in den übrigen Namen: Melechesh verbindet Black und Thrash Metal mit Klängen des Nahen Ostens, Æther Realm aus den USA kombiniert Folk- und Melodic-Death-Metal-Elemente, die Finnen Mors Principium Est stehen für melodischen Death Metal mit hohem Tempo, und die Münchner Thulcandra pflegen einen an skandinavischen Vorbildern geschulten melodischen Black Metal. Diese Bandbreite ist typisch für das 70000 Tons of Metal 2027, das seit jeher weniger auf einzelne Headliner als auf ein dicht getaktetes Programm über mehrere Bühnen setzt.

Uli Jon Roth ehrt zwei Scorpions-Klassiker

Die auffälligste Einzelmeldung der ersten Welle betrifft keine komplette Band, sondern einen einzelnen Musiker. Uli Jon Roth, dessen Karriere sich über fünf Jahrzehnte erstreckt, geht als Sonder-Gast an Bord und widmet sich dabei seiner eigenen Vergangenheit. Roth prägte in den Siebzigern den frühen Sound der Scorpions und gilt vielen als einer der Wegbereiter des neoklassischen Metal, weil er bluesbasierten Rock mit Techniken und Harmonien der europäischen Klassik verschmolz.

Auf dem 70000 Tons of Metal 2027 spielt Roth zwei getrennte Sets, die jeweils einem Scorpions-Album gewidmet sind. Beide Platten feiern ihr fünfzigjähriges Jubiläum. Im ersten Auftritt spielt er „Virgin Killer“ in voller Länge, im zweiten rückt er „In Trance“ in den Mittelpunkt. Für Fans der frühen Scorpions-Phase ist das eine seltene Gelegenheit, denn diese Werke stehen sonst kaum vollständig auf Setlisten.

Veranstalter Andy Piller, Gründer und Kopf der Reise, kündigte die beiden Sets als Tribut an zwei Alben an, die den internationalen Ruf der Band mitbegründeten. Roth betreibt zudem seine „Sky Academy“, in der er Musiker aller Erfahrungsstufen unterrichtet – ein Hinweis darauf, dass sein Beitrag auf See über das reine Abspielen alter Songs hinausgehen dürfte.

Während viele Bands an Bord ihre aktuellen Alben vorstellen, richtet der Gitarrist den Blick auf die Ursprünge des deutschen Hard Rock. Damit steht auf dem Programm des 70000 Tons of Metal 2027 ein Set, das ältere Aufnahmen wieder auf die Bühne bringt: Jüngere Besucher hören die frühen Scorpions-Stücke teils zum ersten Mal live, langjährige Hörer bekommen Material zu sehen, das selten vollständig gespielt wird.

Was das 70000 Tons of Metal 2027 auf hoher See ausmacht

Wer die Veranstaltung kennt, weiß, dass die Musik nur einen Teil des Erlebnisses ausmacht. Das 70000 Tons of Metal 2027 findet an Bord der Freedom of the Seas von Royal Caribbean statt und fährt von Miami in Florida nach Puerto Plata in die Dominikanische Republik und wieder zurück. Rund vier Tage lang teilen sich Bands und Publikum dasselbe Schiff, was zu einer Nähe zwischen Musikern und Fans führt, die an Land kaum denkbar ist. Meet-and-Greets, moderierte Aktivitäten und spontane Begegnungen an Deck gehören ebenso zum Konzept wie die Konzerte selbst.

Insgesamt sollen wieder rund sechzig Bands auf vier Bühnen auftreten, sodass die bislang bestätigten vierzehn Acts nur den Anfang markieren. Zentrale Bühne ist die Pool Deck Stage, die nach Angaben des Veranstalters die größte dauerhaft auf See betriebene Open-Air-Bühne ist.

Weil jede Band im Laufe der Fahrt in der Regel zweimal spielt, lassen sich Überschneidungen im Zeitplan besser auflösen als bei einem Festival an Land – ein Detail, das erfahrene Besucher einplanen. Das dicht gestaffelte Programm sorgt dafür, dass über den Tag verteilt durchgehend Musik läuft. Damit bündelt das 70000 Tons of Metal 2027 auf einem Schiff ein Programm, für das an Land mehrere Veranstaltungsorte nötig wären.

Die Teilnehmerzahl bleibt begrenzt. Nur rund dreitausend Tickets stehen zur Verfügung, wodurch das 70000 Tons of Metal 2027 im Vergleich zu großen Open-Air-Festivals klein bleibt. Der Veranstalter bezeichnet das Publikum seit Jahren als „United Nations of Heavy Metal at Sea“, weil die Gäste aus Dutzenden Ländern anreisen. Diese internationale Zusammensetzung ist ein Grund dafür, dass ein Teil der Besucher regelmäßig wiederkommt.

Warum die erste Welle Erwartungen weckt

Die Zusammenstellung der ersten vierzehn Acts folgt einem Muster, das die Reihe seit ihrem Start 2011 pflegt. Statt auf wenige große Namen zu setzen, mischt das 70000 Tons of Metal 2027 etablierte Bands mit Vertretern kleinerer Szenen und Subgenres. Arch Enemy und Moonspell dienen als Ankerpunkte, Bands wie Thulcandra, Æther Realm oder Mors Principium Est richten sich an ein Publikum, das gezielt nach Entdeckungen sucht. Diese Balance macht das Programm auch für jene interessant, die ihre Lieblingsband nicht auf der Liste finden.

Auch die Gewichtung innerhalb der ersten vierzehn Acts ist ablesbar. Der melodische Death Metal ist mit Arch Enemy, Mors Principium Est und Æther Realm mehrfach vertreten, während klassischer Heavy und Speed Metal über Enforcer und der Thrash über Warbringer abgedeckt werden. Power Metal steht mit Brainstorm auf dem Programm, progressive und melancholischere Töne liefert Evergrey.

Für die extremeren Ränder sorgen Melechesh und Thulcandra, die Black-Metal-Wurzeln mit unterschiedlichen Einflüssen verbinden, ergänzt um Equilibrium mit sinfonischem Folk Metal und Moonspell mit Gothic-Einschlag. Diese Verteilung zeigt, dass sich die erste Welle des 70000 Tons of Metal 2027 nicht auf ein Subgenre festlegt, sondern mehrere Hörergruppen anspricht. Wie sich die Stile im späteren Zeitplan über die vier Bühnen verteilen, hängt vom weiteren Line-up ab, das erst in den kommenden Wochen Kontur gewinnt.

Für deutsche und deutschsprachige Fans ist die starke heimische Präsenz bemerkenswert. Mit Obscura, Equilibrium, Brainstorm, Die Apokalyptischen Reiter und Thulcandra stammen gleich fünf der bestätigten Bands aus Deutschland, dazu kommt mit Uli Jon Roth ein Musiker, dessen Wurzeln in Hannover liegen. Die Verbindung zwischen deutscher Metal-Geschichte und der Kreuzfahrt ist damit von Beginn an präsent.

Offen bleibt naturgemäß, wer die restlichen rund vierzig Startplätze füllt. Der Veranstalter hat weitere Ankündigungen für die kommenden Wochen in Aussicht gestellt, sodass sich das Bild des 70000 Tons of Metal 2027 in den nächsten Monaten Schritt für Schritt vervollständigen wird. Wer teilnehmen möchte, sollte die begrenzte Ticketzahl beachten, denn erfahrungsgemäß sind gefragte Kabinenkategorien früh vergriffen. Damit gibt die erste Welle vor allem einen Anlass, die weiteren Bekanntgaben abzuwarten.

Für Stammgäste wie für Erstbucher bestätigt das 70000 Tons of Metal 2027 mit dieser Ankündigung das Konzept der Vorjahre. Die Zusammenstellung aus stilistischer Vielfalt, dem Sonderauftritt von Uli Jon Roth und dem Format mit einer Handvoll Bühnen auf engem Raum steckt den Rahmen ab, in dem sich das restliche Line-up bewegen dürfte.

Eine Reihe mit Geschichte seit 2011

Die Metal-Kreuzfahrt fährt seit 2011 und hat sich in dieser Zeit vom Experiment zur festen Größe im internationalen Festivalkalender entwickelt. Was als gewagte Idee begann – ein komplettes Kreuzfahrtschiff über Tage hinweg mit Metal-Bands zu füllen – zieht heute ein Publikum an, das seinen Jahresurlaub um die Reise herum plant. Die Ausgabe steht damit in einer Tradition, die auf Wiederholung und Vertrautheit setzt, ohne dass das Line-up beliebig würde.

Mit vier Bühnen, rund sechzig Bands und einer festen Route hat sich über die Jahre ein Ablauf etabliert, der in ähnlicher Form wiederkehrt. Gerade diese Verlässlichkeit erlaubt es vielen Besuchern, Anreise, Urlaub und Budget früh zu planen, lange bevor das vollständige Programm feststeht. Änderungen betreffen in erster Linie das Line-up, während das Grundgerüst der Fahrt weitgehend gleich bleibt.

Über die Jahre traten Bands aus nahezu allen Metal-Subgenres an Bord, von Death und Black Metal über Power und Thrash bis hin zu Doom und Folk. Diese Offenheit erklärt, warum die erste Welle des 70000 Tons of Metal 2027 erneut so unterschiedliche Namen wie Enforcer, Melechesh und Evergrey nebeneinanderstellt. Für viele Stammgäste ist gerade diese Mischung ausschlaggebend: Wer die Fahrt bucht, trifft in der Regel auch auf Bands, die er zuvor nicht kannte. Diese Kombination aus fester Umgebung und wechselndem Line-up erklärt einen Teil der wiederkehrenden Nachfrage.

Tickets, Kabinen und Planung

Mit rund dreitausend Plätzen bleibt das Kontingent klein, und die Nachfrage verteilt sich auf sehr unterschiedliche Kabinenkategorien – von der Innenkabine bis zur Suite mit Balkon. Erfahrungsgemäß sind die günstigeren wie auch die besonders begehrten Kategorien zuerst vergriffen, weshalb eine frühe Buchung sinnvoll ist. Da das Line-up über Monate hinweg wächst, entscheiden sich viele Fans bereits nach der ersten Ankündigung für ein Ticket, ohne das vollständige Programm abzuwarten.

Wer aus Europa anreist, sollte Flug und mögliche Übernachtungen in Miami rund um die Fahrttermine einplanen, denn das Schiff legt am 14. Januar 2027 ab und kehrt am 18. Januar zurück. Reisepass, gültige Einreisedokumente für die USA sowie ein zeitlicher Puffer für An- und Abreise gehören zur Vorbereitung. Das 70000 Tons of Metal 2027 richtet sich damit an ein Publikum, das für vier Tage Musik auf hoher See einen gewissen Aufwand in Kauf nimmt – ein Umstand, der die Zusammensetzung der Stammkundschaft seit Jahren mitbestimmt.

70000 Tons of Metal 2027

  • Termin: 14. bis 18. Januar 2027
  • Route: Miami (Florida, USA) – Puerto Plata (Dominikanische Republik) – Miami
  • Schiff: Freedom of the Seas (Royal Caribbean)
  • Bühnen: vier, darunter die Pool Deck Stage
  • Kapazität: rund 3.000 Tickets
  • Bands geplant: rund 60 (14 bislang bestätigt)

Bestätigtes Line-up (erste Welle, Stand Juli 2026)

Arch Enemy, Moonspell, Obscura, Equilibrium, Evergrey, Enforcer, Warbringer, Brainstorm, Melechesh, Die Apokalyptischen Reiter, Æther Realm, Mors Principium Est, Thulcandra, Uli Jon Roth (Sonder-Gast, zwei Sets: „Virgin Killer“ und „In Trance“)

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