Die Stimme, die Welten erschafft

Es gibt Künstlerinnen und Künstler, die Songs spielen. Und es gibt jene, die ganze Klangwelten entstehen lassen – in Echtzeit, unvorhersehbar, unmittelbar. Tash Sultana gehört zu dieser zweiten Kategorie. Die Stimme der in Melbourne geborenen Multiinstrumentalist*in ist von einer rauen Wärme, die sich in den Gehörgängen festsetzt, weil sie nicht geschliffen klingt, sondern Kanten hat. Eine Stimme, die nicht nur erzählt, sondern erlebt. Schon bevor Worte Form annehmen, trägt sie Emotion, Kraft, Verletzlichkeit – und dieses kaum greifbare Etwas, das Musik so viel größer macht als reine Tonfolge.

Dass Tash Sultana längst zu den prägendsten Artists einer Generation gehört, ist keine Übertreibung. In einer Zeit, in der Genres sich immer stärker auflösen, zeigt sich hier ein Paradebeispiel dafür, wie man mit purer Kreativität, handwerklichem Können und einer unbändigen Lust auf Experimente weltweit Gehör findet. Mehr als eine Milliarde Streams sprechen für sich – doch sie sind nur eine nüchterne Zahl für etwas, das sich eigentlich nur live, im Moment, wirklich begreifen lässt.

Eine Karriere jenseits der Genregrenzen

Schon mit den ersten YouTube-Videos, in denen Tash allein im Zimmer mit Loopstation und Gitarre Schicht um Schicht Songs aufbaute, wurde klar: Hier ist jemand am Werk, der Musik nicht einfach spielt, sondern atmet. Es dauerte nicht lange, bis aus Millionen Klicks ein globaler Hype wurde – und aus intimen Clips Headliner-Slots auf den großen Festivals dieser Welt.

Doch trotz aller Erfolge blieb Tash sich selbst treu. Kein Glattpolieren für den Mainstream, keine Einordnung in Schubladen, sondern ein radikales Bekenntnis zur Freiheit. Die Songs vereinen Elemente aus Folk, Funk, Reggae, Jazz, Soul, Rock und elektronischer Musik – ein Kaleidoskop an Farben, das dennoch immer nach Tash klingt. Diese Vielschichtigkeit wird durch die Virtuosität auf nahezu jedem Instrument getragen: Gitarre, Bass, Schlagzeug, Saxofon, Percussion, Keys – es gibt kaum ein Setup, das nicht mühelos in den Songs aufgeht.

Die Rückkehr zu den Wurzeln

Nach Jahren, in denen die Produktionen immer größer, die Hallen immer voller und die Erwartungen immer höher wurden, schlägt Tash nun ein neues Kapitel auf: „Return To The Roots“. Das jüngst erschienene EP-Projekt ist kein bloßer Rückblick, sondern eine bewusste Reduktion. Es geht um das Wesentliche: um die Stimme, um die Loopstation, um das Gefühl, wenn Musik im Moment entsteht.

Sechs Songs, die tief blicken lassen. Themen wie Selbstfindung, mentale Gesundheit, die Suche nach Klarheit in einer überreizten Welt stehen im Zentrum. Tash zeigt sich verletzlich, ehrlich, introspektiv – und macht damit genau das, was große Kunst auszeichnet: Sie öffnet Türen, statt Fassaden aufzubauen. „Return To The Roots“ klingt roh, organisch, direkt. Es ist ein Werk, das die Energie der Anfangstage einfängt und zugleich die Reife von zehn Jahren Bühnenerfahrung trägt.

Live: Ein Kosmos aus Klang und Emotion

Wer Tash Sultana schon einmal live erlebt hat, weiß, dass hier keine gewöhnlichen Konzerte stattfinden. Da steht eine einzelne Person im Scheinwerferlicht – und innerhalb weniger Minuten klingt es, als würde eine komplette Band spielen. Loop für Loop entsteht ein Geflecht aus Beats, Riffs, Melodien und Harmonien, das sich immer weiter ausbreitet, bis es wie ein lebendiger Organismus wirkt.

Die Präzision, mit der Tash diese Klanglandschaften baut, ist atemberaubend. Jeder Ton sitzt, jede Schicht fügt sich nahtlos ein, und dennoch bleibt immer Raum für Spontaneität, für Improvisation, für das Unerwartete. Genau diese Mischung macht die Shows so unvergleichlich: Sie sind geplant und doch offen, technisch brillant und zugleich zutiefst emotional.

Und dann dieser Moment, wenn die Stimme alles durchdringt – warm, rau, verletzlich, kraftvoll. Ein Augenblick, in dem die Distanz zwischen Bühne und Publikum verschwindet, weil alle im Raum dasselbe fühlen.

Die Rückkehr nach EuropaTash Sultana – „Return To The Roots“-Tour 2026

Im Frühjahr 2026 kehrt Tash Sultana endlich nach Europa zurück – zum ersten Mal seit drei Jahren. Die „Return To The Roots EU/UK Tour“ wird die bislang größte und aufwendigste Produktion der Karriere in dieser Region. Die Ankündigung ließ die Fangemeinde sofort elektrisiert aufhorchen: Neue Songs, ein überarbeitetes Bühnendesign, eine Show, die nicht nur Konzerte sein will, sondern Erlebnisse verspricht.

Besonders die sechs Termine in Deutschland stehen im Fokus. Frankfurt, Stuttgart, Berlin, Hamburg, Köln und München – große Arenen, die zu Kathedralen des Klangs werden, wenn Tash die Bühne betritt. Schon jetzt ist klar: Diese Abende werden ein Höhepunkt des europäischen Konzertjahres.

Support und Opener: Jeremy Loops & South Summit

Auch das Line-up der Abende unterstreicht die Einzigartigkeit dieser Tour. Als Support ist Jeremy Loops dabei – der südafrikanische Musiker, der selbst mit einer Loopstation arbeitet und mit seiner Mischung aus Folk, Pop und rhythmischer Verspieltheit eine ideale Ergänzung darstellt. Seine Live-Shows sind voller Energie, Spontaneität und guter Vibes – und damit der perfekte Auftakt für einen Abend, der musikalische Freiheit feiert.

Den Opener geben South Summit, eine junge Band aus Australien, die mit modernem Indie-Sound und einer dynamischen Bühnenpräsenz schon jetzt als Geheimtipp gilt. Damit wird deutlich: Hier geht es nicht um reine Routine, sondern um eine kuratierte Erfahrung, die vom ersten bis zum letzten Ton stimmig ist.

Ein Erlebnis, das man nicht erklären kann

Wer verstehen will, was musikalische Freiheit bedeutet, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Denn Tash Sultana spielt keine Shows, die man einfach konsumiert. Es sind Abende, die man spürt, die nachhallen, die einen begleiten, lange nachdem das letzte Licht erloschen ist.

Die „Return To The Roots“-Tour ist eine Einladung, Musik in ihrer ursprünglichsten Form zu erleben – reduziert, ehrlich, grenzenlos kreativ. Ein Abend, an dem es nicht um Charts oder Trends geht, sondern um das, was Musik im Kern ausmacht: das Gefühl, das bleibt.

Tash Sultana „Return To The Roots”-Tour 2026

Support: Jeremy Loops | Opener: South Summit

15.03.2026 – Frankfurt, Festhalle Frankfurt
17.03.2026 – Stuttgart, Porsche Arena
20.03.2026 – Berlin, Velodrom
21.03.2026 – Hamburg, Barclays Arena
24.03.2026 – Köln, Lanxess Arena
25.03.2026 – München, Olympiahalle

Foto-Credit: Giulia MacGauran

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