Giant Rooks brachten am 7. Oktober 2026 die Swiss Life Hall in Hannover zum Tanzen. Bei ihrem Auftritt auf der „If Heaven Exists, This Might Be It Tour 2026“ trafen neue Songs auf ein Publikum, das nahezu durchgehend mitsang und sich zur Musik bewegte.
Ein roter Vorhang zum Auftakt, ein Abstecher auf die B-Stage und Konfetti bei „Morning Blue“ gaben der Show ihre markanten Bilder. Was den Abend zusammenhielt, war jedoch die spürbare Freude am gemeinsamen Feiern.
Das Quintett aus Hamm hatte nach seinem Debüt „Rookery“ von 2020 mit „How Have You Been?“ 2024 die Spitze der deutschen Albumcharts erreicht. In Hannover ließ sich nun hören, wie sich die Band auf den nächsten Abschnitt zubewegte. Die neuen Songs standen dabei schon vor der Albumveröffentlichung im direkten Austausch mit ihrem Publikum.
Dreamboys The Band: Vier Stimmen zum Auftakt
Den Abend eröffneten Dreamboys The Band. Das Berliner Quartett besteht aus VILLFORTH, Nina Caroline, Philippa Kinsky und Jo The Man The Music, vier eigenständigen Songwriterinnen. In Hannover rückte ihr vierstimmiger Gesang in den Mittelpunkt: Vier Musikerinnen, die ihre Stimmen zu einem gemeinsamen Klang verbanden und damit ihrem Indie-Pop eine eigene Kontur gaben. Gerade dieses Zusammenspiel machte den Support interessant. Die Gesangsparts ergänzten sich und gaben den vier Stimmen Gelegenheit, ihre Wirkung im gemeinsamen Vortrag zu entfalten.
Zum vierstimmigen Gesang kam eine vielseitige Instrumentierung. Baritongitarre, Bass, Gitarre und Keyboard gehörten zum Aufbau, am Schlagzeug wurde das Quartett von einem Musiker unterstützt. Die tieferen Gitarrenfarben und die mehrstimmigen Passagen passten gut zusammen. So entstand ein Auftakt, der bereits musikalische Abwechslung mitbrachte und sich als passende Einstimmung auf Giant Rooks erwies.
Giant Rooks beginnen hinter dem roten Vorhang
Den Auftakt ihres eigenen Sets spielten die fünf Musiker hinter einem roten Vorhang. Das Publikum hörte die Band bereits, während der Blick auf die Bühne noch verdeckt blieb. Diese Verzögerung gab dem Einstieg einen eigenen Spannungsbogen und lenkte die Aufmerksamkeit zunächst auf die Musik. Als der Vorhang den Blick schließlich freigab, konnten die Besucher auch verfolgen, wie die Songs auf der Bühne Gestalt annahmen.
Frontmann Frederik Rabe brachte anschließend viel Bewegung in den Auftritt. Er wechselte seinen Platz und tanzte immer wieder auf dem Klavier. Das Instrument wurde damit auch zum Podest für einen Sänger, der die Energie seiner Musik sichtbar auslebte. Solche Szenen gehörten zu den Bildern, die von dieser Show hängen blieben, weil sie die ausgelassene Haltung des Abends auf einen Blick vermittelten.
Giant Rooks hielten dabei den Kontakt zur Halle. Rabes Bewegungsdrang passte zur Stimmung im Publikum, wo Gesang und Tanz den Abend prägten. Band und Besucher fanden rasch einen gemeinsamen Rhythmus und hielten die Freude am Mitmachen über den Abend hinweg lebendig.
„Slow Dance (For A Minute)“ mit lautem Publikumschor
Wie selbstverständlich die neuen Songs bereits in diesem Miteinander funktionierten, zeigte „Slow Dance (For A Minute)“. Rabe stand hier mit der Gitarre auf der Bühne und bekam lautstarke Unterstützung aus dem Publikum. Der Titel lieferte einen besonders deutlichen Beleg dafür, wie eng sich Musiker und Besucher an diesem Abend begegneten. Aus dem Gesang von vorn wurde ein gemeinsamer Vortrag, bei dem die Halle hörbar ihren Anteil übernahm.
Für Giant Rooks war das eine überzeugende Verbindung aus Song und unmittelbarer Reaktion. Die Gitarre gab Rabe für diesen Moment einen anderen Schwerpunkt als seine tänzerischen Einlagen auf dem Klavier. Dennoch blieb die Wirkung dieselbe: Das Publikum machte mit. Gerade der Wechsel zwischen diesen Auftrittsformen hielt den Abend lebendig und gab dem Frontmann Raum, unterschiedliche Seiten seines Spiels zu zeigen.
Giant Rooks suchen auf der B-Stage die Nähe
Mit dem Wechsel auf die B-Stage bekam das Konzert einen weiteren Blickwinkel. Zwei Keyboards, Schlagzeug und Gitarre bildeten dort den instrumentalen Aufbau. Die kleinere Spielfläche brachte die Band näher an das Publikum und rückte das Zusammenspiel der Musiker in den Vordergrund. Besonders am Ende des ersten dort gespielten Songs bekam die Musik Platz: Ein längerer Instrumentalteil schloss die Passage ab und lenkte die Aufmerksamkeit vom Gesang auf das Zusammenspiel.
Als zweiten Song auf der B-Stage spielte die Band „Parachute“. Das Stück gehört zum dritten Studioalbum „If Heaven Exists, This Might Be It“, das am 16. Oktober 2026 erscheint. Vom Hannover-Konzert aus gerechnet lagen damit noch neun Tage bis zur Veröffentlichung vor den Fans. Giant Rooks machten den bevorstehenden Albumstart hier unmittelbar erlebbar: mit einem Song, der seinen Platz zwischen den bereits bekannten Stücken auf der Bühne bekam.
„Morning Blue“ bringt die Halle gemeinsam nach oben
Den wohl deutlichsten Ausdruck der gemeinsamen Feierlaune lieferte „Morning Blue“. Das Publikum ging in die Knie, und die Aktion wurde geschlossen mitgetragen. Für einen Moment verlagerte sich die gesamte Bewegung nach unten, bevor alle wieder hochsprangen und die Konfettikanone den Augenblick begleitete. Das Zusammenspiel aus Musik, Publikum und Effekt machte diese Szene zu einem eindrucksvollen Höhepunkt des Abends.
Giant Rooks konnten dabei auf eine Halle bauen, die sich auf ihre Ideen einließ. Der gemeinsame Sprung wirkte wie die Verdichtung dessen, was zuvor schon zu erleben gewesen war: Menschen, die sangen, tanzten und die Freude an der Musik miteinander teilten. Das Konfetti lieferte dazu das passende Bild, während die ausgelassene Stimmung längst das gesamte Konzert bestimmte.
Ein DJ hätte kaum ein besseres Set für diese Tanzparty zusammenstellen können. Entscheidend war die Verbindung der Songs und die Art, wie die Band ihre Energie in den Raum gab. Giant Rooks ließen Hannover mit einem durchgehend spürbaren positiven Vibe feiern. Zwischen vierstimmigem Support, Gitarrenmomenten, Klaviertanz und B-Stage entstand ein Konzertabend, der seine Wirkung aus dem gemeinsamen Mitmachen bezog.




