Mit ihrem Le Fly Jubiläumskonzert in Hannover haben die Musiker aus Hamburg-St. Pauli am 22. November 2025 eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig eine Band nach zwei Jahrzehnten noch klingen kann. Die ausverkaufte Show in der niedersächsischen Landeshauptstadt wirkte weniger wie ein nostalgischer Rückblick, sondern eher wie ein sehr präsenter Zwischenstand in einer laufenden Geschichte. Unterstützt von Mandelkokainschnaps als Support entwickelte sich ein Abend, der Energie, Nähe und stilistische Vielfalt überzeugend miteinander verband.

Schon vor dem ersten Ton des Hauptacts war zu spüren, dass dieses Le Fly Jubiläumskonzert in Hannover mehr sein würde als ein regulärer Tourtermin. Das Publikum setzte sich aus langjährigen Fans, neugierigen Neuzugängen und durchaus vielen Kindern in den vorderen Reihen zusammen. Diese Mischung verlieh der Atmosphäre eine besondere Leichtigkeit, ohne dem Abend seine Klarheit und Struktur zu nehmen.

Mandelkokainschnaps eröffnen den Abend mit Energie und Botschaft

Mandelkokainschnaps in Hannover

Den Auftakt des Jubiläums übernahm die Band Mandelkokainschnaps, die mit einem druckvollen Mix aus Rock-, Pop- und Punk-Elementen die Bühne betrat. Von Beginn an war erkennbar, dass es ihnen nicht nur um eingängige Refrains geht. Ihre Songs transportierten klare Botschaften zu Frauenpower und Diversität, ohne dabei in platte Parolen zu verfallen. Die Themen wurden über Texte, Auftreten und Ansprache vermittelt und wirkten dadurch umso nachhaltiger.

Im Saal standen ältere Fans neben jungen Konzertbesucherinnen und -besuchern, und besonders in der ersten Reihe fiel die Zahl der Kinder auf. Mandelkokainschnaps gelang es, diese heterogene Menge zu einem gemeinsamen Publikum werden zu lassen. Die Stücke wirkten zugänglich, ohne beliebig zu sein, und verliehen dem Le Fly Jubiläumskonzert in Hannover ein starkes Fundament.

Ein sehr emotionaler Moment entstand beim Song „OHA“. Sängerin Wenke verließ die Bühne, stellte sich mitten ins Publikum und sang dort, umringt von Menschen, die spontan „OHA“-Schilder hochhielten. In dieser Szene verdichtete sich der Anspruch des Abends bereits spürbar: Die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum wurde bewusst weich gezeichnet, Nähe war nicht nur ein Schlagwort, sondern gelebter Teil der Show.

Ein 2-Stunden-40-Minuten-Set als Panorama aus 20 Jahren

Nachdem Mandelkokainschnaps den Weg bereitet hatten, übernahmen Le Fly mit einem ausgedehnten Set von 2 Stunden und 40 Minuten. Diese Spieldauer wirkte im Kontext dieses Le Fly Jubiläumskonzerts in Hannover nicht aufgeblasen, sondern folgerichtig. Die Band nutzte die Zeit, um ihre komplette stilistische Breite auszuspielen. Rap, Rock, Reggae, Funk und Ska griffen ineinander, ohne wie eine bloße Stilcollage zu wirken.

Der neue Song „Wo Kenn Ich Dich Noch Her“ setzte früh einen markanten Punkt. Das Stück fügte sich schlüssig in das Repertoire ein und machte deutlich, dass Le Fly sich auch nach zwanzig Jahren nicht auf Altbekanntes beschränkt. Das Publikum nahm den Titel spürbar offen an, reagierte mit Bewegung, Applaus und ersten Mitsingversuchen und bewies damit, dass dieses Le Fly Jubiläumskonzert in Hannover nicht nur vom Blick zurück lebt, sondern auch von der Gegenwart der Band.

Die Dramaturgie des Abends war klar erkennbar. Zwischen treibenden Nummern und groovenden Passagen entstanden natürliche Spannungsbögen, die die lange Spielzeit trugen. Le Fly wirkten eingespielt, aber nicht routiniert im negativen Sinn. Es gab Raum für spontane Momente, ohne dass der rote Faden verloren ging.

„Rie“, Spice-Girls-Einschlag und kollektives Mitsingen

Ein besonders markanter Höhepunkt in der Mitte des Sets war die spezielle Spice-Girls-Version von „Rie“. Was zunächst wie ein humorvoller Verweis auf Pop-Geschichte wirken konnte, entfaltete sich live zu einem zentralen Moment des Abends. Die Band verstand es, die Anspielung so in den eigenen Sound einzubetten, dass keine bloße Parodie entstand. Stattdessen wurde „Rie“ zum verbindenden Stück, bei dem sich nahezu der gesamte Saal am Gesang beteiligte.

Gerade dieser Abschnitt des Le Fly Jubiläumskonzerts in Hannover zeigte, wie sicher die Musiker mit Stimmungen umgehen. Der Song verband Leichtigkeit und Präzision, Spielfreude und Struktur. Die Band spielte mit Erwartungshaltungen, baute humorvolle Elemente ein und blieb dennoch jederzeit musikalisch konzentriert. Für viele Besucherinnen und Besucher dürfte dieser Moment zu den bleibenden Erinnerungen des Abends zählen.

Glücksrad, Interaktion und vier Zugaben

Zwischen den Songs blieb es nicht bei klassischen Ansagen. Ein spontanes Glücksrad-Spiel mit dem Publikum brachte eine weitere Ebene der Interaktion in das Le Fly Jubiläumskonzert in Hannover. Statt Distanz aufzubauen, nutzte die Band die Situation, um das Miteinander zu verstärken. Das Glücksrad wirkte dabei nicht wie ein Fremdkörper in der Show, sondern wie ein natürlicher Teil der Beziehung zwischen Band und Publikum.

Nach „Gepäckträger“ verließen Le Fly zunächst die Bühne. Doch der Applaus und die Rufe im Saal machten deutlich, dass dieser Abend hier noch keinen Abschluss finden konnte. Die Musiker kehrten zurück und legten mit vier weiteren Songs nach. In diesen Zugaben bündelten sie noch einmal das, was den gesamten Abend getragen hatte: stilistische Vielfalt, Präsenz und ein souveräner Umgang mit der eigenen Geschichte.

Spätestens mit der ikonischen „St. Pauli Tanzmusik“ erreichte die Show ihren Endpunkt, der zugleich wie ein Ausrufezeichen wirkte. Die Verbindung zwischen der Herkunft der Band und der Situation in Hannover war in diesem Song besonders deutlich zu spüren. Der Saal verwandelte sich ein letztes Mal in eine einheitlich tanzende Fläche, bevor das Le Fly Jubiläumskonzert in Hannover endgültig ausklang.

Le Fly nach zwei Jahrzehnten: Gegenwart statt Selbstverwaltung

20 Jahre Le Fly Jubiläumskonzert in Hannover

Am Ende dieses Abends stand kein verklärter Rückblick, sondern das Gefühl, einer Band begegnet zu sein, die ihre zwanzigjährige Geschichte bewusst als Basis für das Hier und Jetzt nutzt. Le Fly präsentierten sich beim Le Fly Jubiläumskonzert in Hannover als Formation, die ihre stilistische Mischung aus Rap, Rock, Reggae, Funk und Ska souverän beherrscht und gleichzeitig offen für neue Facetten bleibt.

Die humorvollen und zugleich präzisen Ansagen, die sichtbare Freude am Zusammenspiel und die enge Verbindung zum Publikum ergaben gemeinsam ein klares Bild. Diese Band verwaltet nicht einfach ein bestehendes Repertoire, sondern schreibt ihre Geschichte weiter – mit neuen Songs, neuen Ideen und einem Publikum, das mehrere Generationen umfasst. Genau das machte dieses Le Fly Jubiläumskonzert im Kulturzentrum Faust Hannover zu einem Abend, der weit über das Etikett „Jubiläumsshow“ hinausging.

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